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Das Interview mit Katja Bohnet – der Autorin von „Messertanz“, die mit ihrem Buch etwas „Unerhörtes“ wagt

Apr 4, 16 • Autoren Im FokusNo CommentsRead More »
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Kaum jemand würde sich trauen charmant die Besucher seiner Website zu fragen: „Nimmst du deinen Café mit Zucker, Milch oder Arsen?“. Stilsicher und mit viel Empathie schreibt die Autorin Katja Bohnet ihre Bücher und entwickelt ihre Geschichten, in denen sie ganz und gar aufgeht.messertanz_buchcover

Über das Buch „Messertanz“

Menschen verschwinden. Menschen sterben. Heute ist es Alla Kusmin. Erstochen und verstümmelt. Die Leiche der Russin liegt in einer Wohnung in Berlin-Marzahn. Viktor Saizew und Rosa Lopez, ein eigenwilliges Ermittlerteam, werden vom LKA Berlin mit dem Fall betraut. Die beiden stellen Nachforschungen in der Familie der Ermordeten an und geraten in einen Sumpf von Korruption, in dem jeder käuflich ist und in dem selbst die Täter Opfer sind. Die Spur führt nach Russland – aber auch tief in die Vergangenheit der beiden Ermittler.

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Das Interview mit Katja Bohnet

Foto: Benedikt Ernst

Foto: Benedikt Ernst

krimi-tick.de: Wie und wann entstand Ihre Idee zu Ihrem Buch „Messertanz“?

Katja Bohnet: Bei einem Song von „The White Stripes“.

krimi-tick.de: Warum schreiben Sie ausgerechnet Thriller?

Katja Bohnet: Ich schreibe unter anderem Thriller. Warum auch Thriller? Kriminalromane sind die Arbeiterklasse des Romans. Sie können viel und gar nichts sein. Wir leben in einer wunderschönen, harten, zarten und grausamen Welt. Diese Realität spiegele ich mit Worten und Satzzeichen. Partners in Crime: Poesie und Präzision.

krimi-tick.de: Wie ist Ihre Vorgehensweise, bevor überhaupt das erste geschriebene Wort des gerade neu begonnenen Manuskriptes sichtbar ist?

Katja Bohnet: Auf einer Party fasziniert mich eine Szene. Oder eine Figur. Ich gehe auf sie zu, weil ich weiß, dass genau sie die Richtige ist. Ich schmeiße mich an sie ran, verfolge sie Tag und Nacht, bete sie an. Wenn ich die Party wieder verlasse, kenne ich die Figur besser als mich selbst. Ich habe mich für sie ausgezogen, lächerlich gemacht, ihr meine Liebe erklärt. Irgendwann beginne ich mit einem vierhundert Seiten langen Liebesbrief.

krimi-tick.de: Wie sieht Ihr gewöhnlicher Tagesablauf beim Schreiben aus?

Katja Bohnet: Er beginnt vor fünf Uhr morgens und endet spät in der Nacht. Dazwischen koche, jobbe, laufe ich. Ich warte nicht auf den richtigen Moment. Ich fülle einfach jede frei Minute mit Buchstaben.

krimi-tick.de: Welche/n Schriftsteller/in würden Sie gerne einmal treffen und was würden Sie ihn/sie fragen?

Katja Bohnet: Wolfgang Herrndorf. „Wer gewinnt die nächste Fußball-WM?“

krimi-tick.de: Was lesen Sie gerade?

Katja Bohnet: „Weiter im Text“ von Clemens Schittko, Sara Gran „Die Stadt der Toten“ und „Unterwerfung“ von Michel Houellebecq.

krimi-tick.de: Gibt es etwas was Ihnen schwer fällt zu schreiben, oder etwas was Sie gar nicht schreiben würden?

Katja Bohnet: Genau darum geht es bei jeder Geschichte: diese Schwelle zu überwinden. Ich schreibe ständig über Themen, über die ich nicht schreiben will (Angst, Ekel, Minderwertigkeitskomplexe). Um ein bestimmtes Wort aufzuschreiben, habe ich einmal eineinhalb Jahre Anlauf benötigt. Mut zum Risiko ist gefragt, nicht Perfektion. Wenn Literatur die Leser fordern soll, muss der Autor zuerst sich selbst herausfordern. Ich sollte etwas Unerhörtes wagen, um Bedeutung zu schaffen. Sonst erstirbt die Kunst in Beliebigkeit.

Weiterführende Infos

katjabohnet.de: Katja Bohnet schreibt – Die Website der Autorin http://katjabohnet.de/ >>

droemer-knaur.de: Die Verlagspage zum Buch http://www.droemer-knaur.de/buch/8078780/messertanz >>

amazon.de: Das Buch „Messertanz“ zum Kauf http://www.amazon.de/Messertanz-Thriller-Katja-Bohnet/dp/3426516748/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1459500290&sr=8-1&keywords=messertanz >>

Autor: cm | krimi-tick.de

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