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¨Todesdeal¨ von Veit Etzold – Der aktuelle Politthriller widmet sich einem komplizierten Thema, denn in fast jedem Handy steckt ein Stückchen Kongo

Jan 3, 16 • ThrillerNo CommentsRead More »
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Die Lesechallenge hat einen weiteren Höhepunkt auf der Spiegel Bestesellterliste platziert, vollkommen zurecht, denn er schöpft das gesamte Potential des Genres Thriller voll aus und fesselt zudem das Leserinteresse.

Tina Pilat | krimi-tick.de

Tina Pilat | krimi-tick.de

Über das Buch „Todesdeal“

Im afrikanischen Kongo wütet seit Jahrzehnten ein grausamer Krieg. Es ist ein Kampf um die kostbaren Rohstoffe, die dieses ansonsten so bitterarme Land in Fülle abbaut und die in jedem digitalen Gerät stecken. Martin, ein junger Berliner Journalist, reist für seinen ersten großen Rechercheauftrag in den Kongo. Kurz nach seiner Ankunft wird er von den Milizen eines Warlords in Geiselhaft genommen. Ausgelöst wird er von einer Geschäftsfrau aus Ruanda. So gerät der unerfahrene Journalist in die gnadenlosen Hände von russischen Oligarchen, chinesischen Investoren und deutschen Waffenhändlern. Zu spät stellt Martin fest, dass auch er nur Verhandlungsmasse in einem geopolitischen Schachspiel ist, in dem die Rohstoffverteilung für das 21. Jahrhundert festgelegt wird. Und dass dieser erste große Rechercheauftrag vielleicht sein letzter sein könnte.

Eine Meinung zum Buch

Die Lesechallenge gewinnt mit dem Politthriller ¨Todesdeal¨ des Autors Veit Etzold einen weiteren Höhepunkt, der vollkommen zurecht auf der Spiegel Bestsellerliste steht. Er schöpft das Potential des Genres Thriller voll aus: Spannung, Überraschung und fundierte Informationen sind das Grundgerüst, mit dem sich der Autor einem hochaktuellen Thema politisch relevantem Thema widmet und dabei die wirtschaftlichen und menschlichen Aspekte nicht außer Acht lässt. Genaugenommen gelingt ihm mit dem Plot ein Problembewusstsein zu schaffen, bei der am Ende die cleane technisierte digitale Welt einen, wenn nicht gar den entscheidenden Motor einer konfliktträchtigen Nachrage von Rohstoffen aus der 3. Welt darstellt.

Das Buch nutzt das Spannungsmoment und baut eine Brücke zum Leser, richtet den Blick auf den handlungsbezogenen Konfliktherd im Kongo und kommt dabei ganz ohne erhobenem Zeigefinger und langatmige Monologe aus. Damit erfüllt das Genre Thriller, wenn man so will, eine ganz wichtige Funktion, die ein Sachtext oder eine Nachricht nicht zu erreichen vermag. Und, das kommt dazu, hält den Leser durch das Spannungsmoment bei der Stange, um im besten Fall am Ende einen kritischen Blick zu behalten.

Das Tempo des Buches wird duch kurz gehaltene fokussierte Kapitel (insgesamt schafft es die Handlung auf sage und schreibe auf 108 Kapitel plus Epilog) forciert. Dabei werden unterschiedliche geographische Länder anhand des Spannungsbogens miteinander verknüpft und in die Handlung miteinbezogen. Und genau das macht das Buch auch so abwechslungsreich, denn der Geist will überrascht werden und fühlt sich immer dort am wohlsten, wo er selbst vorher noch nicht gewesen ist – und die wenigsten von uns waren bisher einmal im Kongo.

Stylistisch gut gemacht und fundiert dargestellt – ein Pageturner zum Anfassen.

Kaufempfehlung

Autor: cm | krimi-tick.de

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