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Die Miss Marple aus der Eifel – der Krimi „Saitensprünge“ von Andrea Tillmanns

Apr 4, 15 • KrimiNo CommentsRead More »
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Krimis haben immer ihren eigenen Stil und leben von ihren Protagonisten – das hat sich seit der wunderbaren Geburt von Miss Marple nicht geändert. Die Autorin Andrea Tillmanns hat mit ihrer Protagonistin eine Marple-Enkelin entstehen lassen, die mit ihrem eigenen Stil hier einen weiteren Fall löst. 

Bernd Kasper  / pixelio.de

Bernd Kasper / pixelio.de

Über das Buch „Saitensprünge“

Mitten in der Nacht wird Luisa vom Telefonklingeln aus dem Schlaf gerissen: ein verzweifelter Hilferuf ihrer Musikerkollegin. Der Notarzt kommt zu spät, um Marianne Schneider-Winterthur zu retten. Doch ist sie wirklich an einem Herzinfarkt gestorben? Wohin ist ihre teure grüne Gitarre verschwunden? Und mit wem war sie am Abend vor ihrem Tod verabredet? Luisa unterstützt den jungen Kommissar Müllerjan und ermittelt mit weiblicher Intuition zwischen musikalischem Kollegenneid und amourösen Verwicklungen – bis sie auf die entscheidende Spur stößt …

Eine Meinung zum Buch

Krimis haben immer ihren eigenen Stil und leben von ihren Protagonisten – das hat sich seit der wunderbaren Geburt von Miss Marple nicht geändert – und wird auch von der Autorin Andrea Tillmanns in ihrem Krimi „Mörderische Saitensprünge“ beherzigt, die ihrer Protagonistin Luisa Weinstrauß einiges von Miss Marple mitgegeben hat. Sie ist von Berufs wegen Musiklehrerin und larviert sich – aus Sicht der Protagonistin natürlich – vollkommen überraschend in einen Kriminalfall. Dabei trifft sie einen alten Bekannten, den Kripobeamten Müllerjahn von der Kripo Euskirchen, ohne den sie in der weiteren Handlung nicht auskommt.

Nachdem als überraschendem Intro konstruierten Anfang entwickelt sich vom Spannungsbogen her eine kleine Hängepartie, eine Phase, in der der Leser von der Protagonistin „Huckepack“ genommen wird und ihr Innenleben kennenlernt. Mit einer sehr ichbezogenen Erzählweise läuft der Leser mit und sieht die Dinge fast ausschließlich mit den Augen der Protagonistin.

Die Darstellung der Handlung und die Entwicklung des Plots geschieht mittels einer bei Krimiautoren weit verbreiteten Fragetechnik. Die Fantasie des Lesers wird so versucht einzufangen und dessen Sichtweise in die von der Autorin gewünschten Sichtweise zu lenken. Das wirkt bei extensivem Gebrauch etwas behäbig, verhindert oft den Aufbau eines Spannungsbogens, hat jedoch dabei den Vorteil, dass die Leser ihre Protagonistin quasi hautnah präsentiert bekommen.

Der Krimi „Saitensprünge“ lebt nicht gerade von sprühender Action und verpackt dies in relativ viel Text – der Mann der Toten beschuldigt die Protagonistin Luisa des Diebstahls – das auf 10 Seiten verpackt ist sehr lang für ein auf den Spannungsbogen relativ unbedeutendes Ereignis. Damit wird jedoch auch klargestellt, dass wir es hier weniger mit einem actiongeladenen Thriller zu tun haben, sondern vielmehr mit einem grundsoliden, leicht ironisierten Krimi mit Lokalkolorit, der von der Sprache und der Protagonistin lebt – mit einem Krimi aus der Eifel.

Ein unerwarteter „Saitensprung“ bringt eine bis dato vollkommen unerwartete Note, entwickelt eine ganz neue Sicht auf die Dinge und gibt letztendlich den entscheidenden Anstoß zur Lösung des Falles.

Kaufempfehlung

Weiterführende Infos

facebook.com: Kontakt zur Autorin
https://www.facebook.com/andrea.tillmanns.9?fref=ts >>
 
andreatillmanns.de: Homepage der Autorin
http://andreatillmanns.de/indexframe.htm >>
 
wurdackverlag.de: Andrea Tillmanns – Mörderische Saitensprünge
wurdackverlag.de/verlag/product_info.php?products_id=109 >>
 
sabrinaslesetraeume.wordpress.com: Das Buch war eine nette und kurzweilige Abwechslung für zwischendurch
https://sabrinaslesetraeume.wordpress.com/2014/07/29/andrea-tillmanns-morderische-saitensprunge/ >>
 
Autor: cm | krimi-tick.de

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