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Das Interview mit Susanne Kasper, der Macherin hinter dem renommierten privat betriebenen Literaturportal literaturschock.de

Jan 18, 15 • Kollegen im FokusNo CommentsRead More »
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literaturschock.de wurde im Jahre 2000 von Susanne Kasper aus der Taufe gehoben, ist seitdem in ständiger Erweiterung begriffen und wird monatlich von 200.000 Nutzern besucht mit rund 2 Millionen Seitenabrufen. Es ist damit ein großes, privat betriebenes Literaturportal mit einem bunten Mix an Besuchern, das von der Macherin mit viel Engagement betrieben wird. Wir wollten das genauer wissen und haben mit ihr ein Interview geführt.

Susanne Kasper

Susanne Kasper

Das Interview mit Susanne Kasper

krimi-tick.de: Wie und wann entstand bei Ihnen die Idee mit literaturschock.de zu starten?

Susanne Kasper: Das ist eine ganz witzige Geschichte. Ich habe schon immer viel gelesen und viele Bücher gekauft. Ständig tummelte ich über Flohmärkte und brachte die Bücher rucksackweise mit nach Hause. Es dauerte nicht lange und ich verlor vollständig den Überblick über meinen Buchbestand und irgendwann kam es immer öfter vor, dass ich Bücher doppelt (und sogar dreifach) im Regal stehen hatte. Irgendeine Art der Übersicht musste also her, aber eine schlichte Excel-Tabelle oder Access-Datenbank war mir zu banal und optisch nicht ansprechend genug. Die Idee, meine Bücher über eine Webseite zu verwalten entstand schließlich im Januar 2000 – also ziemlich genau vor 15 Jahren. Unterstützt werde ich dabei inzwischen von vielen lesebegeisterten Menschen.

krimi-tick.de: Wodurch hebt sich literaturschock.de von vergleichbaren Literaturportalen (z.B. perlentaucher.de) ab? Was zeichnet literaturschock.de besonders aus?

Susanne Kasper: Ich denke, Literaturschock unterscheidet sich von anderen Portalen vor allem durch seine Flexibilität und Vielfalt. Rezensionen zu Büchern und Literaturverfilmungen werden von Besuchern geschrieben und nicht wie z.B. bei Perlentaucher.de von anderen Plattformen zusammengefasst. Literaturschock ist inzwischen zwar recht groß, wird aber trotzdem immer noch weitgehend von mir alleine administriert. Das ermöglicht es mir, auf Wünsche und Themen von Besuchern, Autoren und Verlagen schnell eingehen zu können. Das Angebot ist so umfassend wie möglich: Rezensionen, Autoreninterviews, literaturrelevante Artikel, Literaturverfilmungen, Buchserien – und seit einiger Zeit habe ich mich entschieden, die Seite um eine Blog-Funktion zu erweitern, was es mir ermöglicht, auch auf nicht literarische Themen einzugehen. Ich glaube aber am wichtigsten ist die tolle Community, die hinter Literaturschock steht. Alle Foren zeichnet der höfliche Umgangston aus, denn mir war es immer wichtig, dass ich mich wohl fühle. Es gibt zu viele Trolle im Internet, über die man sich ärgern muss. Die Literaturschock-Foren bieten dagegen trotz vieler Mitglieder so was wie eine Kuschelatmosphäre.

krimi-tick.de: Wie ist Ihre Vorgehensweise, wenn Sie einen Artikel, oder eine Artikelserie, neu in Ihr Programm aufnehmen und publizieren wollen?

Susanne Kasper: Es gibt dafür keine bestimmte Vorgehensweise. Ich entscheide oft spontan, werde getrieben von Autoren- oder Verlagsanfragen, aktuellen Trends und schlicht dem, was mich selbst interessiert.

krimi-tick.de: Wie sieht Ihr persönlicher Tagesablauf als Betreiber des Projektes literaturschock.de aus?

Susanne Kasper: Da Literaturschock mein Hobby ist, ich einem Vollzeitjob nachgehe und ich mein Leben mit einigen Tieren teile, muss das meiste bis abends warten. Vieles bereite ich vor, vieles an den Wochenenden. Morgens direkt nach dem Aufstehen muss ich aber auf jeden Fall einen kurzen Blick in die Foren und die verschiedenen Social-Media-Kanäle von Literaturschock (Facebook, Twitter, Instagram) werfen.

krimi-tick.de: Welche Projekte würden Sie gerne einmal machen und warum?

Susanne Kasper: Meine ToDo-Liste ist riesig und ganz aktuell stehen zwei für mich sehr wichtige Projekte an, die einen etwas größeren Umfang haben. So groß, dass ich das nicht alleine schaffe, sondern mit Simone Dalbert von dem wunderbaren Blog „Papiergeflüster“ zusammenarbeite. Mehr möchte ich darüber noch nicht verraten. Eines davon wird hoffentlich noch 2015 veröffentlicht, das andere visieren wir für 2016 an.

krimi-tick.de: Was sind Leserunden und wie ist die Resonanz der Teilnehmer?

Susanne Kasper: In einer virtuellen Leserunde wird von mindestens drei Teilnehmern ab einem bestimmten Datum das gleiche Buch gelesen und in einem Forum diskutiert. Mein Projekt Leserunden.de (besteht seit 2006) ist spezialisiert auf autorenbegleitete Leserunden, während Leserunden ohne Autorenbegleitung im Bücherforum von Literaturschock stattfinden.
Jede unserer Leserunden wird von einer Moderatorin betreut, die den Autoren und Teilnehmern bei Fragen zur Seite steht und aufpasst, dass niemand den Anschluss verliert. Ebenso erhalten alle Teilnehmer vorab eine Erinnerungsnachricht zum Start und am Ende prüfen wir, ob die Bücher rezensiert wurden. Vor Start unserer Leserunden verlosen wir die dazu gehörenden Bücher. Allerdings sehen wir dies eher als Belohnung für aktive Teilnahme, weshalb „Buchabstauber“ bei uns keine Chance haben. Die Verlustrate (Teilnehmer & verloste Bücher vs. Rezensionen am Ende) ist deshalb in unserer Community sehr gering (im Gegensatz zu vielen anderen Plattformen) und wir legen vor allem Wert auf die Qualität der Diskussionsbeiträge.
Dies alles bedeutet eine hohe Qualität und ein tolles Ergebnis am Ende und alle Teilnehmer, die Leser sowie die Autoren, haben großen Spaß an unseren detaillierten Auseinandersetzungen.

krimi-tick.de: Was lesen Sie gerade?

Susanne Kasper: Da ich bekennende Mehrbuchleserin bin:

  • Kai Meyer – Die Seiten der Welt (Fischer)
  • Lesen und lesen lassen (Atlantik-Verlag), ein ganz wunderbares Buch für Bibliophile
  • Peter Stjernström – Das beste Buch der Welt (Dumont)


Ich stecke wohl gerade mitten in der Bücher-über-Bücher-Lesephase.

krimi-tick.de: Gibt es etwas, über das es Ihnen schwer fällt zu berichten, oder was bei Ihnen überhaupt gar keine Chance hätte es in Ihr Publikationsprogramm zu schaffen?

Susanne Kasper: Mir würde kein Thema einfallen, das mir schwer fiele. Ich schreibe gerne über „meine“ Themen: Gegen Sexismus, Rassismus, Homophobie. Und für Feminismus, Toleranz, Gleichberechtigung und Veganismus. Entsprechend biete ich bestimmten Szenen auch keine Plattform. Verschwörungstheorien, Antisemitismus usw. werden nie auf Literaturschock zu finden sein (oder wenn, dann nur in sehr kritischer Form).

Weiterführende Infos

literaturschock.de: Mediadaten 2015
http://www.literaturschock.de/mediadaten/00%20-%20Literaturschock_Mediadaten2015.pdf >>
 
literaturschock.de: Werbemöglichkeiten & Marketing
http://www.literaturschock.de/mediadaten/03%20-%20Werbemoeglichkeiten%20im%20Ueberblick.pdf >>
 
literaturchock.de: Suse bloggt
http://www.literaturschock.de/blog >>
 
literaturschock.de: Die gut besuchten Foren von literaturschock.de
http://www.literaturschock.de/foren >>
 
Autor: cm | krimi-tick.de

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