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Ein Thriller mit ganz besonderem Schnittmuster – „Das fünfte Zeichen“ von Jo Nesbø

Jan 11, 15 • ThrillerNo CommentsRead More »
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In Oslo ist Sommer. Ein schrecklich heißer Sommer sogar. Ein nicht enden wollendes Hoch, das den Menschen nur eines beschert: Hitze, Hitze und wieder Hitze. Harry Hole, Hauptkommissar des Morddezernates ist allerdings an einem kritischen Tiefpunkt seines Lebens angelangt. Harry Hole ist wieder zurück – und der alkoholkranke Antiheld von Jo Nesbø steigt dabei noch weiter ab. 

Rainer Brückner  / pixelio.de

Rainer Brückner / pixelio.de

Über das Buch „Das fünfte Zeichen“

Es ist ein schrecklich heisser Sommer in Oslo. Hauptkommissar Harry Hole, der immer noch nicht über den Tod seiner Kollegin Ellen hinweg gekommen ist, verfällt zunehmend dem Alkohol. Die Versuche, seinen Kollegen Tom Waaler als den Schuldigen zu entlarven, scheitern. Seine Freundin Rakel trennt sich von ihm, sein Vorgesetzter will ihm kündigen. Da geschieht in der Stadt ein mysteriöser Mord: der Frau fehlt ein Finger, unter Ihrem Lid findet sich ein fünfzackiger Diamant. Ausgerechnet mit seinem Todfeind Waaler soll Hole den Täter ermitteln.

Eine Meinung zum Buch

Diamanten üben eine eigenartige Faszination aus – je nachdem in welche Richtung man sie wendet, sieht man etwas anderes in ihnen. Mit Diamanten kann man Glas schneiden, Beton zerkleinern, sie sind härter als Stein – mit ihnen bekommt man jedoch keinen Harry Hole klein!

Auch in seinem fünften Fall, dessen Titel praktischerweise ebenso „Das fünfte Zeichen“ lautet, steht Harry Hole als Protagonist des Autors Jo Nesbø, mit dem Rücken zur Wand: Seine Kollegin Ellen kam bei einem Einsatz ums Leben, Harry Hole beginnt wieder zu trinken, macht aus seinem Alkoholismus keinen Hehl, und seine Freundin Rachel wendet sich von ihm ab – und dann passieren  kurz hintereinander auch noch drei spektakuläre Morde, in denen Diamanten, nein, präziser Blutdiamanten eine gewichtige Rolle spielen.

Der Autor Jo Nesbø hat mit seinem Protagonisten Harry Hole ein faszinierendes Unikum geschaffen: die Geschehnisse, die andere Menschen weit früher hätten verzweifeln lassen, lässt den Protagonisten nicht in den Abgrund springen. Ein interessante Charaktere, die keinen Fight auslässt und genug Zündstoff für weitere interessante und spannende Fälle gibt. Und das gepaart mit einem Autor, der ein Gefühl für Spannung hat und ein ums andere Buch mit eben jenem Harry Hole schreibt. Der Stunde um Stunde beim schreiben seiner Bücher mit seinem Protagonisten verbringt und mit dem Buch „Das fünfte Zeichen“ wieder einen Knaller hingelegt hat – einen Thriller der Lust auf mehr macht.

Der Thrill ergibt sich weniger aus der Frequenz der Beats, sondern vielmehr aus der wohlüberlegten Zusammenstellung und der Prägnanz der einzelnen Szenen. Das Drehbuch ist dabei klar: zwei rote Fäden bewegen sich drehbuchartig aufeinander zu; Harry Hole auf der einen Seite und ein Serientäter auf der anderen. Das Buch bietet keine tiefenpsychologische Ausdeutung von Serientätern, mitnichten, vielmehr wird mit klassischen Mitteln Suspense erschaffen – und das sehr gut. Dabei rückt der Leser dem Serientäter immer näher auf den Pelz. Der Spannungsbogen steigt stetig an und bietet am Ende, leider hat auch dieses Buch ein Ende, ein infernales Crescendo. Nein, das ist kein Blut-und-Boden-Thriller, sondern vielmehr ein hervorragend geschriebener, gut austarierter mordsspannender Thriller.

Man wird ihn lieben, oder man wird in hassen – dazwischen gibt es nichts.

Kaufempfehlung

Autor: cm | krimi-tick.de

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