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Ticket-to-publish: eBook Editoren werden mit Scrivener, Sigil, Jutoh und Caligra Author auch für Linux salonfähig

Dez 30, 14 • ebookNo CommentsRead More »
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Autoren publizieren ihre Werke immer mehr als eBooks und das unabhängig von Verlagen. Damit die eigenen Werke für gängige eBook-Reader kompatibel werden und damit an den Leser gebracht werden können, müssen sie jedoch zuerst in ein eBook-Format konvertiert werden, damit zukünftige Leser sie auf ihren eBook-Readern, oder mit entsprechender Software auf anderen elektronischen Endgeräten wie PC/Smartphone/Tablets lesen können.

buch, ebook

D. Braun / pixelio.de

Neben Online-Anbietern, Textverarbeitungs-Plugins und diversen Kommandozeilen-Tools gibt es jedoch auch Programme, die mit einer eigenen grafischen Oberfläche ausgestattet auf dem eigenen Computer installiert und zur Produktion von eBook-Formaten genutzt werden können. Das Betriebssystem Ubuntu Linux ist bei Anwendern weit verbreitet und hoch geschätzt, war jedoch bisher im Vergleich zu Windows bei eBook-Editorenprogrammen für Selfpublishing-Autoren eher etwas benachteiligt.

Aus diesem Grunde haben wir uns gerade hier verstärkt umgesehen und 4 Alternativen zusammengestellt, die alle unter Ubuntu lauffähig sind:

  • Scrivener
  • Sigil
  • Jutoh
  • Calligra Author

Scrivener: Textverarbeitung, eBook-Erstellung und Projektverwaltung unter einer Haube

Die Firma Literatur & Latte bietet mit Scrivener eine vollwertige Textverarbeitung an, die Autoren bei der Erstellung ihrer eBooks mit einer Projektverwaltung unterstützt: Planen, Organisieren, Strukturieren und Recherchieren wird mittels eines virtuellen Karteikastens ermöglicht.

Das bisher exklusiv für Windows- und Mac-User erhältliche Programm ist nun seit Sommer 2014 auch mit einer Linux-Variante erhältlich (32 Bit & 64 Bit). Download, Installation und Inbetriebnahme funktionieren pronblemlos. Das Programm selbst richtet sich primär an Anwender und weniger an Publisher, denn weder das Editieren des Quelltextes, oder gar der CSS, sind im Programm bisher vorgesehen. Das Programm bietet einen ausgereiften WYSIWYG-Modus an, aber das macht es gut.

Einmal erstellte Projekte können als epub- oder mobi-Datei an eBook-Reader übertragen werden. Daneben stehen weitere elektronische Exportformate zur Verfügung: pdf, rtf, txt, doc, docx, odt, HTML oder auch Latex. Das Programm kommt nach dem Start recht aufgeräumt daher, bietet jedoch eine Fülle von Möglichkeiten, die sich dem Anwender nicht alle auf den ersten Blick erschließen. Insofern lohnt sich ein Blick in die gut bestückte Hilfe. Sehr hilfreich wäre hier noch die Ergänzung eines HowTo, mit dem anhand konkreter praxisrelevanter Fragestellungen die Vorgehensweise erläutert wird.

Sigil: Das schweizer Messer unter den eBook-Editoren

Sigil ist kostenlos und steht als Open Source Lizenz GPLv3 zur Nutzung bereit. Wie jedoch John Schember auf der Sigil-Projekthomepage bekannt gab wird der epub-Editor nicht mehr weiterentwickelt.

Sigil ist das schweizer Messer unter den eBook-Editoren und bietet vollen Zugriff auf alle Bestandteile des Quelltextes. Dazu bietet das Programm einen integrierten WYSIWYG-Modus, in dem die ausgeführten Änderungen in einer Vorschau beurteilt werden können ohne das Programm dafür verlassen zu müssen. Das ist enorm praktisch und ermöglicht ein effizientes Arbeiten. Das Programm richtet sich damit sowohl an Autoren, als auch an Publisher, denn so können ohne Probleme der Quellcode, CSS-Dateien und alle weiteren Bestandteile editiert werden.

Erstellte Produkte können lediglich im epub-Format exportiert werden. Wer weitere Formate produzieren will, muss dann im Anschluss an den Export eine entsprechende Konvertierung vornehmen. Als Importformate kann Sigil neben epub-Dateien auch HTML- und txt-Dateien importieren. Die Bestandteile der Projekte (CSS, Audiofiles, Images, Videofiles) werden im Projekt in separaten Unterordnern abgelegt.

Insgesamt kommt das Programm mit seinem übersichtlich gestalteten Arbeits-Dashboard sehr aufgeräumt daher. Es ist sehr übersichtlich strukturiert und intuitiv bedienbar. Eine integrierte Online-Hilfe bietet einen strukturierten Zugriff, bei dem allerdings keine Volltext-Suche integriert ist. Auch ein praktisch orientiertes HowTo mit lösungsorientierten Fragestellungen ist nicht vorhanden.

Damit ist Sigil ein plattformübergreifendes Arbeitspferd unter den eBook-Editoren, ein echtes schweizer Messer.

Jutoh: Ein WYSIWYG-Editor für eBooks, der sich auch vom USB-Stick aus starten und nutzen lässt

Jutoh ist ein mächtiger eBook-Editor, den die schottische Firma Anthemion Software in zwei Lizenzvarianten auf den Markt gebracht hat. In der Standardvariante sind neben den Standardfunktionen importieren, editieren und produzieren von populären eBook-Formaten möglich – diese Variante eignet sich für Anwender. Für Editoren und Publisher bietet sich die Plus-Variante an, mit der automatisierte Produktionsprozesse mittels Skripten und Templates supportet werden.

Die Software liest beim Import ganze Verzeichnisnamen oder wahlweise auch nur einzelne Dateien der Formate HTML, txt, docx, odt und epub ein. Jutoh beschränkt sich auf den WYSIWYG-Zugriff; ein direkter Zugriff auf den Quellcode der eBooks ist nicht vorgesehen. An Exportformaten stehen die Formate epub, mobi (insofern der Kindle Generator installiert ist), odt, HTML und txt zur Verfügung.

Das Arbeitsdashboard macht einen sehr übersichtlichen und aufgeräumten Eindruck. Für diejenigen, die das Programm nicht intuitiv bedienen ist der Zugriff auf eine Hilfe integriert. Durch die plattformübergreifende Verfügbarkeit (Windows, Linux und Mac) kommt das Programm für einen großen Anwenderkreis infrage.

Calligra Author: eBooks werden salonfähig und in die Office-Suite integriert

Das frei verfügbare Grafik- und Officepaket Calligra führt diesbezüglich einen genialen Ansatz und erhebt eBook-Formate sinnvollerweise zu alltäglichen Datenaustauschformaten: es integriert den eBook-Programmteil Calligra Author in das Officepaket. Damit wird die Produktion von eBook-Formaten in den Officealltag integriert und somit als Standard-Austauschformat etabliert. Das hat eine Menge Vorteile hinsichtlich der Kompatibilität zu Endgeräten und ermöglicht die Ausgabe der Dokumente auch auf eBook-Readern.

Andererseits ist damit auch die Zielgruppe Anwender definiert, denn ein Zugriff auf den Quellcode der eBook-Dateien etwa für Publisher ist nicht vorgesehen; die Benutzer arbeiten ausschließlich im WYSIWYG-Modus. Als eBook-Exportormate stehen sowohl das Format epub, als auch das mobi-Format zur Auswahl.

Allerdings steht kein Metadaten-Editor und keine automatische Erzeugung von Inhaltsverzeichnissen aus Überschriften im Dokument zur Verfügung. Hier bleibt zu hoffen, das die Popularität des Officepaktes Calligra mit dazu beiträgt, dass dieses Programmfeature entwickelt wird.

Auch empfiehlt sich aus Erfahrung zur Publikation vorgesehene Dokumente vorher zu validieren und ggf. mit Sigil zu korrigieren, um nachher keine unliebsamen Überraschungen nach der Publikation zu erleben.

Weiterführende Infos

krimi-tick.de: Der epub-Editor Sigil wird nicht weiterentwickelt – Lang lebe Calibre! >>
 
calligra.org: Die Office Suite Calligra mit dem Bestandteil Calligra Author
https://www.calligra.org/ >>
 
jutoh.com: Der eBook Editor Jutoh
http://jutoh.com/ >>
 
literatureandlatte.com: Die Projekthomepage von Scrivener
http://www.literatureandlatte.com/scrivener.php >>
 
literatureandlatte.com: Download von Scrivener für Linux
http://www.literatureandlatte.com/forum/viewtopic.php?f=33&t=28280 >>
 
code.google.com: Die Projekthomepage
http://code.google.com/p/sigil/ >>
 
googlecode.com: Installation

http://web.sigil.googlecode.com/git/files/OEBPS/Text/installation.html >>

 
Autor: cm | krimi-tick.de

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