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Das Interview mit Anton Winkler, dem Autor des Thrillers „Summ summ summ Bienchen bringt dich um”

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Einige Vertreter der Spezies Homo Sapiens hat der Autor Anton Winkler bereits unter die Erde gebracht und Ihnen die (Honig)löffel abgenommen. Wir wollten es genauer wissen was und wer hinter dem Pseudonym Anton Winkler steckt und haben ein Interview mit einem Menschen geführt, der sich beim Auto- oder U-Bahn fahren seine Geschichten ausdenkt, um sie dann abends, nachdem er seine Kinder ins Bett gebracht hat, aufzuschreiben.

Über das Buch „Summ summ summ Bienchen bringt dich um”

Das Bienensterben ist eines der ungelösten Umweltprobleme unserer Zeit. Vollends rätselhaft aber wird es, wenn außer den nützlichen Fluginsekten auch noch etliche Lebewesen der Spezies Homo sapiens rätselhafterweise ihren (Honig)löffel abgeben müssen und dabei teilweise selber zu Mördern werden. Einen Imker erwischt es ebenso wie eine Studienrätin und einen abgehalfterten Schlagersänger. Und zum bösen Schluss wechselt auch noch ein leibhaftiger Polizeikommissar mehr oder minder unfreiwillig die Fronten im Kampf gegen das Verbrechen. Ein Forscher versucht das Ärgste zu verhindern, indem er mannhaft beschließt, ein Edward Snowden der Pharma-Branche zu werden – doch da ist es schon zu spät….Zur Buchrezension >>

 

Das Interview mit Anton Winkler

Foto: Anton Winkler

Foto: Anton Winkler

krimi-tick.de: Wie und wann entstand Ihre Idee zu Ihrem Buch „Summ summ summ Bienchen bringt dich um“?

Anton Winkler: Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass die besten Ideen entstehen, wenn man am wenigsten damit rechnet. In diesem Fall saß ich gerade im Auto auf dem Weg nach Leipzig und hatte eigentlich vor, ein Wochenende lang an nichts zu denken, was irgendwie mit Arbeit zu tun hat. Dann lief im Radio aber dieses spannende Feature über das mysteriöse Bienensterben, über das Fachleute seit einigen Jahren rätseln. Mir war sofort klar, dass das Stoff für einen Thriller ist – die Hybris des Homo technologicus, der auf so frappierende Weise von einem unscheinbaren Insekt wie der Honigbiene abhängig ist.

krimi-tick.de: Warum schreiben Sie ausgerechnet Krimis/Thriller?

Anton Winkler: Ich begreife das Schreiben nicht so sehr als kathartischen Prozess, ich habe nicht dieses Bedürfnis, mein Innerstes nach außen zu kehren. Ich glaube, es liegt mir eher, andere zu unterhalten – das ist auch mein Anspruch. Krimis sind ein sehr populäres Genre, mit dem man eine hohe Zahl an Lesern erreichen kann. Zudem gibt es gewisse Konventionen und Strukturen, an denen man sich orientieren kann, das finde ich hilfreich, wenn man wie ich die ersten Gehversuche als Autor macht.

krimi-tick.de: Wie ist Ihre Vorgehensweise, bevor überhaupt das erste geschriebene Wort des gerade neu begonnenen Manuskriptes sichtbar ist?

Anton Winkler: Oh, ich glaube, da bin ich eine ziemliche Zumutung für meine Umwelt. Ich tue mich unheimlich schwer damit, ins Blaue hinein zu schreiben. Ein Satz, den ich aufschreibe, muss für mich immer so sein, dass ich ihn einem potentiellen Leser überlassen kann. Bevor ich also mit der eigentlichen Schreibarbeit beginne, muss ich das Manuskript im Wesentlichen schon stehen – in meinem Kopf. Bis es so weit ist, tigere ich rastlos herum, bin nicht ansprechbar oder quäle meine Frau noch im Halbschlaf mit der Diskussion neuer Ideen.

krimi-tick.de: Wie sieht Ihr gewöhnlicher Tagesablauf beim Schreiben aus?

Anton Winkler: Einen gewöhnlichen Tagesablauf gibt es bei mir nicht. Im Hauptberuf bin ich angehender Lehrer, zudem habe ich zwei kleine Kinder, die mich auf Trab halten. Wenn ich schreiben will, muss ich flexibel sein. Teile von „Summ summ“ sind sogar während der Rush Hour in der Berliner U-Bahn entstanden. Wenn sich erst einmal ein Schreibfluss einstellt, blende ich meine Umgebung radikal aus, das klappt erstaunlich gut.

krimi-tick.de: Welche/n Schriftsteller/in würden Sie gerne einmal treffen und was würden Sie ihn/sie fragen?

Anton Winkler: Ganz schwierige Frage. Vor Goethe würde ich wahrscheinlich in Ehrfurcht erstarren und kein Wort herausbringen, aber das ist ja sowieso rein hypothetisch. Von den noch lebenden Autoren würde ich aber sehr gerne mal Mike Resnick fragen, wie es sein kann, dass so viele seiner zahlreiche Werke nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Das ist wirklich eine Schande. Wenigstens liegt seine Tetralogie „Die größte Show im ganzen Kosmos“ auf Deutsch vor. An Science-Fiction habe ich noch nichts Besseres gelesen, noch nicht einmal von Douglas Adams, den ich ebenfalls sehr schätze.

krimi-tick.de: Was lesen Sie gerade?

Anton Winkler: Ich lese immer mehrere Bücher gleichzeitig, die kreuz und quer um das Kopfende meines Bettes herum verstreut liegen. Gerade fertig habe ich „Sand“ von Wolfgang Herrndorf – ganz große Literatur, da kann ich mich nur verneigen. Derzeit lese ich zur Entspannung „1813“ von Sabine Ebert, eine wahnsinnige Recherchearbeit, unterhaltsam und lehrreich. Nebenbei gönne ich mir immer wieder ein Stückchen aus Christopher Clarks „Schlafwandlern“, das muss man nicht in einem Zug durchlesen.

krimi-tick.de: Gibt es etwas was Ihnen schwer fällt zu schreiben, oder etwas was Sie gar nicht schreiben würden?

Anton Winkler: Ich glaube, mein Bereich ist die Unterhaltung. Was ich überhaupt nicht mag, sind diese selbstreferenziellen Geschichten wie Romane über das Schreiben und das Dasein als Autor oder die autobiographische Verarbeitung von Kindheitserinnerungen. Mir fehlt auch sicherlich die Ernsthaftigkeit, die man braucht, um etwa ein Gedicht wie Eichendorffs „Mondnacht“ zu schreiben – so vollkommen ohne jede Spur von Humor, aber so melancholisch, so berührend, so intim, so wahrhaftig. Faszinierend, aber eindeutig nicht meine Liga.

Weiterführende Infos

facebook.com: Die Kontaktseite des Autors hinter Anton Winkler
https://www.facebook.com/benjamin.zschaler >>
 
Autor: cm | krimi-tick.de

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