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Vor allem in der Stadt wird die Mörderbiene satt – Der Thriller „Summ summ summ Bienchen bringt dich um“ von Anton Winkler

Sep 30, 14 • ThrillerNo CommentsRead More »
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Vollkommen rätselhaft ist es, wenn auf einmal etliche Lebewesen der Gattung Homo sapiens die Radieschen von unten ansehen und als einzige Gemeinsamkeit eigentlich harmlose Bienen zu Tage treten. Sie alle machen Bekanntschaft mit Bienen, mit den Versuchstieren eines Chemiekonzerns aus dem brandenburgischen Teltow, der auf einem Versuchsgelände mit ca. 130.000 Tieren an der Entwicklung einer Wunderwaffe gegen den Milbenbefall von Bienen arbeitet.

Dieter Hopf / pixelio.de

Dieter Hopf / pixelio.de

Über das Buch „Summ summ summ Bienchen bringt dich um“

Das Bienensterben ist eines der ungelösten Umweltprobleme unserer Zeit. Vollends rätselhaft aber wird es, wenn außer den nützlichen Fluginsekten auch noch etliche Lebewesen der Spezies Homo sapiens rätselhafterweise ihren (Honig)löffel abgeben müssen und dabei teilweise selber zu Mördern werden. Einen Imker erwischt es ebenso wie eine Studienrätin und einen abgehalfterten Schlagersänger. Und zum bösen Schluss wechselt auch noch ein leibhaftiger Polizeikommissar mehr oder minder unfreiwillig die Fronten im Kampf gegen das Verbrechen. Ein Forscher versucht das Ärgste zu verhindern, indem er mannhaft beschließt, ein Edward Snowden der Pharma-Branche zu werden – doch da ist es schon zu spät….

Eine Meinung zum Buch

Was treibt eine Oberstudienrätin nach mehr als 30 Jahren im Beruf dazu vollständig durchzudrehen und zuerst ihren Kollegen zu attackieren, um danach sich selbst effektvoll in Jenseits zu befördern? Wie hängt damit die letzte verblüffende Erkenntnis des Journalisten Marcel Malthus zusammen, der an einer Recherche über das mysteriöse Bienensterben gearbeitet hat?

Das Buch selbst spielt in Brandenburg, also direkt vor der Haustür der deutschen Hauptstadt Berlin, aber das allein sind nicht die einzigen Gemeinsamkeiten der 5 Kapitel, die als in sich abgeschlossene Kurzgeschichten die Schicksale einander vollkommen unbekannter Personen darstellt. Sie alle machen Bekanntschaft mit Bienen, mit den Versuchstieren eines Chemiekonzerns aus dem brandenburgischen Teltow, der auf einem Versuchsgelände mit ca. 130.000 Tieren an der Entwicklung einer Wunderwaffe gegen den Milbenbefall von Bienen arbeitet. Ein gut gesichertes Versuchsgelände, so sollte man meinen, das die mit mindestens 22 mm übergroßen Bienen davon abhält, sowohl auf ihre Artgenossen, als auch die menschlichen Bewohner loszugehen.

Zumal die Versuchstiere noch dazu mit multiresistenten Eigenschaften und einem annähernd doppelt so schnellen Vermehrungszyklus ausgestattet sind im Vergleich zu den Vertretern der normalen westlichen Honigbiene. Damit, so scheint es, sind alle Grundlagen für einen ausgewachsenen naturwissenschaftlichen Thriller gegeben, der zudem einiges an Realitätsbezug zu bieten hat: das große Problem des schädlingsbedingten Bienensterbens macht den Imkern immer wieder zu schaffen und dezimiert vormals gut gedeihende Völker. Somit stellt das Bienensterben einen Wirtschaftsfaktor dar, mit dem Chemiekonzerne durch die Entwicklung und den Verkauf von Schädlingsbekämpfungsmitteln ihre Kassen füllen.

Doch der Autor Anton Winkler komprimiert komplizierte Zusammenhänge auf spannende rund 72 Print-Seiten in seinem selbst herausgegebenen eBook. Positiv ausgedrückt reduziert und komprimiert er die Teile seiner Geschichte auf die wesentlichen Bestandteile.

Allerdings will sich der Spannungsbogen beim Lesen nicht so recht aufbauen, weil das Buch auch als Kurzgeschichtensammlung durchgeht und die Zusammenhänge lange unklar sind. Es erinnert beim Lesen an wenig an einen Essay für einen brandenburgischen Bestseller, oder an Band 1 einer Reihe, dem noch mehrere folgen werden, bei dem sich Protagonisten hervortun und dessen Gesamtpackage einen kommenden Burner auf dem deutschen Thrillermarkt auf die Welt hilft.

So jedenfalls ist das vorliegende Buch eher ein Appetizer, der Hunger auf mehr macht und der die Fantasie des Lesers extrem fordert und viel Eingeninitiative des Lesers beim Herstellen der Zusammenhänge erwartet.

Kaufempfehlung

Autor: cm | krimi-tick.de

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