krimi-tick.de

Der Schicksalskrimi aus dem Hungerwinter 1946/47 – „Der Trümmermörder“ von Cay Rademacher

Sep 30, 14 • KrimiNo CommentsRead More »
FacebookLinkedInTwitterGoogle+PinterestEmpfehlen

Der Hungerwinter 1946/47 ist in vielerlei Hinsicht eine schicksalhafte Zeit: Die Stadt Hamburg liegt in Trümmern, das öffentliche Leben ist durch Reglementierungen der Besatzungsmacht England stark eingeschränkt. Oberinspektor Frank Stave ist einer derjenigen Deutschen, die durch das Entnazifizierungsverfahren der Alliierten als unbelastet gelten und kriminalpolizeilichen Dienst in der Stadt Hamburg versehen. Er wird mit einem perfiden Mordfall konfrontiert, bei dem eine nackte Frauenleiche, durch die Kälte konserviert, ohne Begleitspuren in den Trümmern aufgefunden wird. 

Dirk Kruse / pixelio.de

Dirk Kruse / pixelio.de

Über dieses Buch „Der Trümmermörder“

Kommissar Staves erster Fall – Hamburg 1947: Die Stadt liegt in Trümmern, und es ist einer der kältesten Winter des Jahrhunderts. Die Menschen versuchen irgendwie zu überleben. Da wird mitten in der Trümmerlandschaft eine Leiche entdeckt: eine junge Frau, nackt, kein Hinweis auf den Mörder. Oberinspektor Stave hat kaum Hoffnung, den Fall aufzuklären, auch wenn ihm Lothar Maschke von der Sitte und Lieutenant MacDonald von der britischen Verwaltung zur Seite gestellt werden. Bald werden weitere Tote entdeckt, und Stave ist für jede Hilfe dankbar, die er auf der Suche nach einem grausamen Mörder bekommt.

Eine Meinung zum Buch

Der Hungerwinter 1946/47 ist in vielerlei Hinsicht eine schicksalhafte Zeit: Die Stadt Hamburg liegt in Trümmern, das öffentliche Leben ist durch Reglementierungen der Besatzungsmacht England stark eingeschränkt und wird durch den Herrschaftsanspruch einer Schweinekälte quasi eingefroren und konserviert. Der Autor Cay Rademacher versteht es mit seinem Buch „Der Trümmermörder“ den historischen Hintergrund lebendig werden zu lassen, so dass man fast schon fühlt, wie die Schweinekälte zwischen den Zeilen hervorkriecht.

Trümmerberge der zerstörten Stadt Hamburg türmen sich auf und rufen den Protagonisten Oberinspektor Frank Stave auf den Plan. Er ist einer derjenigen Deutschen, die durch das Entnazifizierungsverfahren der Alliierten als unbelastet gelten und kriminalpolizeilichen Dienst in der Stadt Hamburg versehen. Er wird mit einem perfiden Mordfall konfrontiert, bei dem eine nackte Frauenleiche, durch die Kälte konserviert, ohne Begleitspuren in den Trümmern aufgefunden wird.

Natürlich wird ihm bei der Bearbeitung des Falles ein Verbindungsoffizier der Briten zur Seite gestellt. Das Ermittlertrio wird dann komplettiert durch einen Polizeiinspektor der Sitte – was bei einer nackten Frauenleiche und einem Kriminalfall, der im Verlauf möglicherweise im Rotlichtmilieu anzusiedeln ist, nur konsequent erscheint. Die Charakterzeichnungen des Ermittlertrios sind gelungen und bergen im weiteren Verlauf der Handlung genug Konfliktstoff für weitere Bücher. Die Ermittlungen selbst wollen nicht so recht vom Fleck – sie führen den Leser allerdings mit intensiver Sprache ein historisch-realistisches Leben vor Augen – einen Kontext, den es heute in mitteleuropäischen Breitengraden so nicht mehr gibt.

Im weiteren Verlauf der spannenden Handlung wird dann auch klar warum die Ermittlungen keine Ergebnisse bringen – sondern vielmehr weitere Leichen aufgefunden werden. Das „Schicksal“ schlägt mit unbarmherziger Härte zu, macht aus einem zerstörten Nachkriegs-Deutschland einen Eisschrank, zeigt uns einen überlebenswichtigen Schwarzmarkt, bei dem alles nur eine Frage des Preises ist und – last but not least – gibt uns Lesern mit der Geburt des Buches „Der Trümmermörder“ den Beginn einer Reihe spannender und zugleich zeitkritischer Kriminalromane um den Ermittler Frank Stave:

  • Band 1: Der Trümmermörder (2012)
  • Band 2: Der Schieber (2012)
  • Band 3: Der Fälscher (2013)

Kaufempfehlung

Weiterführende Infos

literaturschock.de: Im Halbschlaf tastet Oberinspektor Frank Stave nach dem Körper seiner Frau, bis er sich daran erinnert, dass sie vor dreieinhalb Jahren verbrannt ist.
http://www.literaturschock.de/component/content/article/13-literatur/belletristik/krimis-a-thriller/9835-der-truemmermoerder >>
 
histo-couch.de: „Als wäre man live dabei – und das bei minus 20 Grad“
http://www.histo-couch.de/cay-rademacher-der-truemmermoerder.html >>
 
de.wikipedia.org: Cay Rademacher
http://de.wikipedia.org/wiki/Cay_Rademacher >>
 
dumont-buchverlag.de: Hamburg, Nachkriegszeit: Ein Serienmörder schlägt zu
http://www.dumont-buchverlag.de/buch/Cay_Rademacher_Der_Truemmermoerder/9020 >>
 
Autor: cm | krimi-tick.de

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

zehn − drei =