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Mord am Hellweg: Ein kurzer Bericht von der Eröffnungsgala – So war es am Samstag, 20. September 2014

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Ohje! Damit hatte ich nicht gerechnet. Personenkontrolle vor Beginn der Mord am Hellweg VII-Veranstaltung CIRCUS CRIMINALE: HINTER GITTERN. Bin zunächst weggelaufen, doch die Knastwärter haben mich eingefangen. Der Metall-Detektor kam zum Einsatz. Es piepte ständig. Keiner kam mir zur Hilfe geeilt. Abgeführt, habe eingesessen in Gruppenhaft – mit Eintrittskarte zu „Hinter Gittern“.

Heike Gellert

Heike Gellert

Der Knast sei bereits total überfüllt – meinte jedenfalls der Schließer Fritz Eckenga, und der war sichtlich genervt darüber, dass noch mehr ‚einsitzen‘ sollten. Die Knastdirektorin Antje Deistler ließ nicht mit sich reden. Landrat Michael Makiolla (Polizeichef), Bürgermeister Werner Kolter sowie Dr. Wolfram Kuschke, Vorsitzender des Westfälischen Literaturbüros in Unna, sollten begründen, warum sie alle zwei Jahre hier erschienen. Im Tenor: Weil die Bürgerinnen und Bürger die Veranstaltung mögen, TATORT lieben, sowie immer noch genügend Sponsoren gefunden würden!

Applaus von den Gefangenen – Tusch durch das Landespolizeiorchester NRW hatte da ja gerade noch gefehlt.

Schirmherrin Ministerpräsidentin Hannelore Kraft wurde durch Europaministerin Angelika Schwall-Düren vertreten. Lustig: Sie hat an jedem ihrer Betten einen Krimi liegen. Manch‘ einer hat nur ein Bett oder ’ne Pritsche… Einzelhaft erhielten selbstredend Carl-Johan Vallgren (Schweden), Torkil Damhaug (Norwegen), der nicht anwesende Christopher Brookmyre (Schottland) – der ja nach wie vor aus Großbritannien kommt), mit ihren deutschen Lesestimmen: Schauspieler Ludger Pistor, Wolfram Koch und Gregor Weber. Der Schotte hat in seinem Heimatland anwesend zu sein. Er ist für einen hochdotierten Kriminalpreis nominiert – da gilt Anwesenheitspflicht. Egal! Morgen ist ja der Freigang zu Ende – ist er wieder hier bei Mord am Hellweg dabei.

Die Gruppe Mädchen, die einen sehr jugendlichen – reizenden! – Tanz darboten, waren sehr wahrscheinlich aus einem Kinder- und Jugendknast aus den ‚Tropen‘ – hier in NRW – abgeordnet worden. Den tatsächlich sehr gut aussehende Artisten – übrigens ein Muskelpaket sowie Gummimensch – aus der Ukraine – wollten die Insassen gar nicht wieder gehen lassen. Musste auch gar nicht sein, meinte der Schließer Fritz Eckenga. Der sitzt ja ebenso ein. Doch wenn er Hochsprung machen würde… die Mauer ist doch nur 5 Meter hoch…

Die Tatort-Melodie zwischendurch durfte nicht fehlen.

Der Knastbruder und Lyriker Joe Bausch hat die gesamte Belegschaft zum Lachen gebracht. Dichten kann er ja – eher – weniger. Und deshalb bekam er vom Schließer irgendwann ‚Freigang‘. Raus an die frische Luft – und zwar für 30 Minuten.

Bücher über Bücher von der Buchhandlung Hornung (übrigens keine Insassen) konnten angesehen, gekauft und signiert werden. Suppe, Getränke, Pommes und Wurst bot die Knastküche an.

Danach ging es im Gänsemarsch zurück in den Glutofen (gut für die, die nur ein Top trugen) – ähm – in die Zirkus-Arena – sorry, wir befanden uns ja hinter Gittern. Also zurück in den Knast. Und weiter ging es mit? Klar, mit einer Lesung und guter Musik der Jazz-Rock-Pop-Band der Polizei.

Stundenlang könnte ‚frau‘ über diese Veranstaltung berichten… Frage: Wer hat nur dieses super Drehbuch geschrieben? Sigrun Krauss/Dr. Herbert Knorr/Reinhard Jahn?

Ich jedenfalls bin gegen Zahlung einer hohen Kaution wieder auf freien Fuß. Das ist auch gut so. Denn hier am Hellweg folgenden noch weitere Veranstaltungen, die ich besuchen kann, darf, sollte, eigentlich müsste…

Mörderische Grüße

Autor: Heike Gellert | Krimiautorin – Mitglied bei den Mörderischen Schwestern e.V. – im Syndikat – im Westfälischen Literaturbüro Unna sowie Ver.di

Weiterführende Infos

etwas-apfelernte.de: Sie fragen sich, warum meine Autorenhomepage „Ewas Apfelernte“ heißt?
http://www.ewas-apfelernte.de >>

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