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Erschreckend und realistisch zugleich: Der Lifescience-Thriller „Svarogia“ von Ralf Wolfstädter

Aug 16, 14 • Thriller2 CommentsRead More »
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Die Geschichte beginnt in einem Berliner Hotel, in dem sich zwei Menschen begegnen, die ihr Leben gegen Geld verkaufen – die eine scheibchenweise und der andere vollständig und ohne Wiederkehr.  Mit dem Thriller „Svarogia“ erleben wir eine beängstigende Vision, die man sich so in keinem Falle wünscht, die jedoch so ähnlich jeden Tag passieren kann.

"Simon van Faassen" / www.jugendfotos

„Simon van Faassen“ / www.jugendfotos

Über das Buch „Svarogia“

Anfangs wollte David Wagner lediglich den Freilandversuch eines russischen Großkonzerns in der Nähe seines Heimatorts sabotieren, bei dem gentechnisch veränderte Weizensaat zum Einsatz kommt – doch als ihm während Nachforschungen gestohlene Dokumente bezüglich weiterer Vorhaben des Konzerns zugespielt werden, befindet er sich bereits inmitten einer Verschwörung, die weit über den Einsatz von manipuliertem Saatgut hinausgeht: die Welt steuert auf eine globale Katastrophe zu, doch niemand scheint davon Notiz zu nehmen…

Eine Meinung zum Buch

Die Geschichte beginnt in einem Berliner Hotel, in dem sich zwei Menschen begegnen, die ihr Leben gegen Geld verkaufen – die eine scheibchenweise und der andere vollständig und ohne Wiederkehr. Allerdings wird durch diesen kompromisslosen Beginn schnell klar, wohin die Reise in diesem spannenden Thriller geht, als Jewgeni Borodin unter mysteriösen Umständen stirbt, gefolgt von der Prostituierten Janina. Es liegt nahe, dass beide Tode in direktem Zusammenhang stehen, nur erweist sich diese Ursache dafür im weiteren Verlauf als abgrundtiefes Armageddon. Der Autor Ralf Wolfstädter baut einen Spannungsbogen auf, bei dem die Machenschaften des fiktiven Life-Science-Unternehmens, einem multinational tätigen Biotechnologieunternehmens, im Zentrum stehen.

Mit dem Protagonisten David Wagner, der zuerst eigentlich nur die Freilandversuche von Svarogia mit dem genmanipulierten Weizen SVA810 sabotieren will, beginnt der vielschichtige Spannungsbogen, dessen Erzählebenen von Berlin, über Bayern bis nach Moskau reichen.

Der Autor Ralf Wolfstädter versteht es in seinem beängstigenden Thriller „Svarogia“ von Beginn an vielfältige und zum Teil filigrane Handlungsstränge zu entwerfen und diese so miteinander zu verknüpfen, dass sich daraus ein schlüssig strukturierter Spannungsbogen ergibt.

Ein internationaler Thriller, der in Berlin beginnt, in das beschauliche Auendorf bei Würzburg im Freistaat Bayern führt und immer wieder nach Moskau als zentralen Ort des Geschehens führt. Der Thriller zeigt die „dunkle“ Seite der pharmakologischen Entwicklung von Medikamenten auf und führt in Ansätzen die möglichen Folgen von Genmanipulationen im landwirtschaftlichen Bereich vor Augen, dem der Protagonist auf die Spur kommt. Unterstützt von seinen Mitstreitern Sina und Arabi begibt sich das Trio infernale unter Zuhilfenahme einiger technischer Tricks und einem guten Schuss Hackermentalität auf die Suche nach den Zusammenhängen und Hintergründen zur Entwicklung des genmanipulierten Weizens auf dem bayerischen Versuchsfeld.

Als es dem Trio gelingt, in die mobile Kommunikation von Svarogias Entscheidungsträgern einzudringen, stoßen sie auf weitere Spuren und kommen erst der eigentlichen Katastrophe auf die Spur: Der Konzern steckt in finanzielle Schwierigkeiten und scheint sich beim genmanipulierten Weizen und der neuen Wunderwaffe gegen Tuberkulose SID2418 übernommen zu haben.

Damit sind die Handlungsstränge und Rahmenbedingungen für die Entwicklung einer beängstigenden Vision gelegt. Einer Vision, die in den Eigenschaften des gramnegativen, aggressiven Tuberkulosebakteriums begründet liegt, der sich nicht an Landesgrenzen hält, und der bedingt durch das aggressive Verhalten die finanziellen Begehrlichkeiten des Konzerns Svarogia weckt. Unwillkürlich drängen sich dabei Parallelen zur aktuellen Ebola-Epidemie auf, bei dem derzeit der therapeutische Einsatz eines bisher experimentellen Medikamentes diskutiert wird.

Action pur, als das Trio auf Schwierigkeiten stösst und der Konzern Svarogia beginnt, das Trio zu attackieren. Und Spannung pur, die einem die Nacht kurz werden lässt – man will das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Allein die Vision des Konzerns setzt eine gedankliche Kaskade in Gang, die doch eigentlich gar nicht sein kann und auch gar nicht sein darf. Betroffen von der Vision wird der Leser mitgenommen und hofft inständig, dass die Auswirkungen an der eigenen Wohlfühlzone vorbei gehen und man sich weiterhin sicher fühlen kann.

Jedoch werden Infektionserkrankungen vom Wirt transportiert, sind mehr oder weniger expansiv und führen einem immer wieder die Unzulänglichkeiten des eigenen Organismus vor Augen.

Kaufempfehlung

Autor: cm | krimi-tick.de

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2 Antworten auf Erschreckend und realistisch zugleich: Der Lifescience-Thriller „Svarogia“ von Ralf Wolfstädter

  1. Anne Parden sagt:

    Schon die Rezension lässt einen erschauern. Ich habe mir vor einigen Tagen das Buch gekauft und bin nun sehr gespannt.

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