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Autoren im Fokus: Das Interview mit Sven Koch, dem Autor des spannenden Ostfriesenthrillers „Dünentod“

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Der Autor Sven Koch verliert in seinem temporeichen und extrem spannenden Thriller “Dünentod” nicht viel Zeit damit gleich mehrere spannende Plots ins Rollen zu bringen. Er zeigt damit auch, dass es sehr wohl möglich ist, einen erstklassigen Ostfriesenthriller zu schreiben. Wir wollten das genauer wissen und haben mit dem Autor ein Interview geführt. 

Über das Buch „Dünentod“

Der zweite Fall für das ostfriesische Ermittlerduo Tjark Wolf und Femke Folkmer: Ein Mann ohne Fingerabdrücke, ein Raum voller Leichen – die Polizei jagt einem Phantom nach, einem Wahnsinnigen, der ein Arsenal von Waffen und Sprengstoff an sich gebracht hat und ein Massaker plant. Bevor die Polizei den Gesuchten fassen kann, entführt er eine voll besetzte Nordseefähre, um sie in die Luft zu jagen. Ermittler Tjark Wolf schafft es in letzter Sekunde, an Bord zu gelangen. Ein perfides Spiel beginnt: Der Attentäter gibt Tjark eine Stunde Zeit, dann will er die Fähre in die Luft jagen …
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Unser Interview mit dem Autor Sven Koch

Der Autor Sven Koch | Fotografiert von Vera Gerstendorf-Welle

Der Autor Sven Koch | Fotografiert von Vera Gerstendorf-Welle

krimi-tick.de: Wie und wann entstand Ihre Idee zu Ihrem Buch „Dünentod“?

Sven Koch: Vor etwa zwei bis drei Jahren. Ich bin oft an der See und fahre oft auf Fähren. Im selben Jahr war ich auch mit dem Flugzeug unterwegs, und spontan befasste mich die Idee am Sicherheits-Check: Ein Anschlag auf einer Fähre würde viel mehr Opfer fordern. Gleichzeitig hatte ich eine andere Idee im Kopf, weil ich darüber einmal etwas las: Was, wenn ein Täter keine Fingerabdrücke hätte? Bei der Recherche nach Möglichkeiten dazu stieß ich auf etwas, das mich sehr faszinierte. Aus den beiden Grundgedanken erwuchs schließlich Dünentod.

krimi-tick.de: Warum schreiben Sie ausgerechnet Thriller?

Sven Koch: Keine Ahnung. Ich schreibe seit früher Jugend, und damals waren das schon Spannungs-Kurzgeschichten. Ich lese und sehe gerne Thriller, weil ich Spannung mag und war schon immer davon fasziniert, wie man sie erzeugt: Suspense und Thrill, wie geht das? Im Ergebnis gefällt mir, dass eine aus den Angeln geworfene Welt am Ende immer wieder in Ordnung gebracht wird. Vielleicht geht es mir also um eine gewisse Sehnsucht nach Harmonie.

krimi-tick.de: Wie ist Ihre Vorgehensweise, bevor überhaupt das erste geschriebene Wort des gerade neu begonnenen Manuskriptes sichtbar ist?

Sven Koch: Es gibt keine gezielte Vorgehensweise. Es gibt verschiedene Ideen, die mir in den Kopf geraten. Szenen. Stimmungen. Alles ohne Zusammenhang. Irgendwann frage ich mich, ob diese Dinge zusammengehören könnten, ob es einen roten Faden gibt. Daraus erwächst dann eine vage Story – wie bei einem See, der zufriert: Langsam und an verschiedenen Stellen, bis sich am Ende eine Oberfläche bildet. Wenn ich mich hinsetze, um die Grundidee als Plot aufzuschreiben und meiner Agentur vorzuschlagen, passiert der Rest: Die Lücken und Fugen füllen sich.

krimi-tick.de: Wie sieht Ihr gewöhnlicher Tagesablauf beim Schreiben aus?

Sven Koch: Auch hier gibt es kein festes Schema. Ich arbeite als Tageszeitungsredakteur und schreibe abends, wenn ich frei habe oder am Wochenende. Da ich auch Familie habe, muss ich mir Lücken dazu suchen. Manchmal schreibe ich zwei Wochen lang kein Wort, dann wiederum zwei Wochen lang jeden Tag ein wenig. Ich schalte dann den Computer an, öffne mein Dokument und beginnen sofort. Keine „Rituale“, denn als Redakteur kenne ich seit 25 Jahren das Schreiben als Beruf und bin in der Hinsicht total unprätentiös.

krimi-tick.de: Welche/n Schriftsteller/in würden Sie gerne einmal treffen und was würden Sie ihn/sie fragen?

Sven Koch: Oh, ich würde gerne Stephen King, Don Winslow oder Tanz French treffen. Besondere Fragen hätte ich eigentlich nicht, wüsste aber gerne, wie sie jeweils so ticken, denn ich bewundere sie. Allenfalls würde ich Don Winslow fragen, der inzwischen von Surkamp in meinen Verlag Droemer-Knaur gewechselt ist, was er sich bloß bei seinem letzten Roman gedacht hat – wenngleich dieser nach dem Abschuss des Passagierflugzeugs in der Ukraine eine schreckliche Aktualität erhält.

krimi-tick.de: Was lesen Sie gerade?

Sven Koch: „Spademan“ von Adam Sternbergh – ein Hardboiled-Krimi, der in einem siffigen New York der Zukunft spielt. Ich mag das total. Einer meiner Lieblingsfilme ist „Blade Runner“, ebenfalls sehr noir und eine Detective-Geschichte in der Zukunft. Ich stehe auf solche Genre-Mixe.

krimi-tick.de: Gibt es etwas was Ihnen schwer fällt zu schreiben, oder etwas was Sie gar nicht schreiben würden?

Sven Koch: Ich würde bislang nichts schreiben wollen, in dem Kinder eine tragende Rolle spielen, die zum Opfer von Kriminalfällen werden. Das lese ich auch nicht und will es mir überhaupt nicht vorstellen. Darüber könnte ich auch nicht ausgewogen schreiben. Weiter gefallen mir überdrehte Splatter-Geschichten ganz und gar nicht, in der bizarre Gewalt einen plakativen Selbstzweck erfüllt. Ich bin sicher kein Waisenknabe, ganz und gar nicht, aber ich mag es eher subtil und deute meist nur an oder stelle Ergebnisse von Gewalt dar. Ich halte das für sehr viel effektiver. Die Bilder entstehen dann im Kopf des Lesers. Jeder ist mithin für das Ausmaß seines persönlichen Grauens selbst verantwortlich und damit alleingelassen. Wie gemein, oder?

Weiterführende Infos

sven-koch.com: Die Homepage des Autors, der mit 12 Jahren seine erste Zeitung herausbrachte

http://www.sven-koch.com/Ueber.html >>

 
droemer-knaur.de: Ich glaube, von Sven Koch werden wir noch eine Menge hören bzw. lesen

http://www.droemer-knaur.de/buch/7789835/duenentod >>

 
Autor: cm | krimi-tick.de

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