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Mit Axt und Mundart: „Letzter Saibling“ von Herbert Dutzler

Jun 22, 14 • KrimiNo CommentsRead More »
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Der Gasperlmaier hat schon viel erlebt – aber so etwas Furchtbares ist ihm noch nie untergekommen: Leichenteile im malerischen Toplitzsee. Im Altausseer Kreis, dem Grenzgebiet zu Oberösterreich, geht es anfänglich noch sehr beschaulich zu, bis das Grausen auch dort Einkehr hält und dem gemütlichen Gasperlmaier auch das Allerletzte abverlangt. 

Heike Motyl | google+

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Über dieses Buch

Der Gasperlmaier hat schon viel erlebt – aber so etwas Furchtbares ist ihm noch nie untergekommen: Leichenteile im malerischen Toplitzsee. Das Verbrechen hat offenbar mit dem jährlichen Fischessen des Altausseer Skiclubs zu tun. Doch als grausamen Killer kann Gasperlmaier sich keinen seiner Skiclub-Freunde vorstellen.

Eine Meinung zum Buch „Letzter Saibling“

Im Altausseer Kreis, dem Grenzgebiet zu Oberösterreich, geht es gern beschaulich zu, die Touristen strömen ganzjährig – im Winter in das nahegelegene Skigebiet und im Sommer in das landschaftlich schöne steierische Salzkammergut. Gemütlich-beschaulich kommt auch der Polizist Gasperlmaier daher, dessen Ruhe allerdings durch den Herzinfarkt seines stark übergewichtigen Freundes und Kollegen und den Fund eines wanderbeschuhten jedoch herrenlosen Beines im Toplitzsee brutal ein Ende gemacht wird.

Die anfänglich etwas wilden Spekulationen über die Herkunft des verloren gegangenen Beines und der kausalen Zusammenhänge gewinnt dank weiblicher Intuition und entschiedener Einflussnahme jedoch schnell wieder an Kontor.

Die Person des Gasperlmaier erinnert etwas an das urbayuwarische weißwurstessende Prachtstück – den Bullen aus Tölz. So etwas entbehrt bei Flachlandtirolern nicht einer gewissen Komik. So auch im Falle von Gasperlmaier, der sich mit seiner steierischen Art durch den Fall schlawinert. Ein echtes Prachtstück von Mann: groß, breit und kugelrund ist er fast nur von eloquenten und zielstrebigen Mädels umgeben, die ihren Job zu verstehen scheinen – oder doch zumindest diesen Eindruck erwecken.

In dieser Konstellation entwickelt die Geschichte schnell eine Eigendynamik. Mit leichtem Hang zu Chaotik geht die Gruppe schnurstracks von einem Verdächtigen zum anderen über. Klar, der Fall wird mit jeder Seite komplizierter und dadurch auch noch um einiges spannender. Viele Finten werden durch den Autor kunstvoll gelegt und mit weiteren skurrilen anatomischen Funden ausgeschmückt. Und zwischendrin der Gasperlmaier, der sich immer mehr als zentrale Figur herauskristallisiert und als „Hahn im Korb“ agiert.

Das wirkt einerseits mordskomisch, wenn man als Leser hinter die Kulissen in die Gedanken blickt, und andererseits mordsspannend, weil man sich sofort fragt: ‚Was passiert als nächstes?‘.

Der Autor versteht es die Figuren authentisch zu schildern, die Handlung realistisch wirken zu lassen und dabei einen Spannungsbogen aufzubauen, der sich klassischerweise bis zum Ende des Buches immer weiter steigert. Als authentisch geschriebenes Buch gestattet es auch denjenigen Lesern einen Blick unter den regionalen Rock, die nicht gerade aus dem Ausseer Landkreis kommen.

Kaufempfehlung

Weiterführende Infos

dutzler.wordpress.com: Die Website des Autors Herbert Dutzler
http://dutzler.wordpress.com/2014/04/24/343/  >>
 
buchkritik.at: Eine weitere Meinung zum Buch
http://www.buchkritik.at/kritik.asp?IDX=7255 >>
 
facbook.com: Die Profilpate des Autors Herbert Dutzler
https://www.facebook.com/pages/Herbert-Dutzler/183832498352402 >>
 
Autor: cm | krimi-tick.de

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