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Die Alten vor: „Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten“ von Daniel Friedman

Jun 8, 14 • Thriller7 CommentsRead More »
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Als 87-jähriger, so denkt man, sitzt Buck Schatz, der Protagonist des Buches, am liebsten auf dem Sofa in seiner Sitzkuhle und vernichtet bei jeder sich bietenden Gelegenheit Lucky Strikes und ist zufrieden mit sich und seiner Umwelt. Das ist nur so lange der Fall, bis er seinen sterbenden Kriegskameraden besucht und kurz vor seinem Tod von ihm ein Geheimnis erfährt. 

Christin Hoepfner | krimi-tick.de

Christin Hoepfner | krimi-tick.de

Über dieses Buch

Danke für diesen sympathischen 87-jährigen Klugscheißer! „Wenn man die Chance hat, nichts zu tun, sollte man sie immer ergreifen.“

Buck Schatz genießt das ruhige Leben mit seiner Frau Rose. Seit sein Sohn gestorben ist, sitzt er am liebsten auf seinem Sofa, raucht eine Stange Lucky Strike am Tag und schaut Fox News. „Leidenschaft macht so viel Mühe“, ist sein Credo. Bis ihm sein Kriegskamerad Jim auf dem Sterbebett beichtet, dass sein Peiniger, der Lageraufseher Heinrich Ziegler, damals in einem Mercedes voller Nazigold fliehen konnte und noch lebt. Jim bittet Buck, ihn zu rächen. Buck denkt gar nicht daran, er ist inzwischen 87, und seine letzte Heldentat liegt 40 Jahre zurück. Aber nicht nur er hat von dem ominösen Gold erfahren. Der Schwiegersohn des Verstorbenen will Buck zu einer gemeinsamen Schatzsuche überreden. Der Pfarrer, Dr. Lawrence Kind, klopft eines Abends an die Tür und bittet um einen Anteil von dem Gold. Er muss seine Spielschulden bezahlen. Als er kurz darauf tot in seiner Kirche aufgefunden wird, ist auch Buck klar, dass er sich nicht so leicht aus der Sache wird heraushalten können. Dann ruft auch noch Bucks Enkel Tequila aus New York an, um ihn zu einer gemeinsamen Schatzsuche zu überreden. Es ist der Beginn eines turbulenten Verwirrspiels, aber auch der Beginn einer Freundschaft zwischen einem raubeinigen Großvater und seinem unterschätzten Enkel.

Eine Meinung zum Buch „Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten“

Als 87-jähriger, so denkt man, sitzt Buck Schatz, der Protagonist des Buches, am liebsten auf dem Sofa in seiner Sitzkuhle und vernichtet bei jeder sich bietenden Gelegenheit Lucky Strikes und ist zufrieden mit sich und seiner Umwelt. Mitnichten! Das ist nur so lange der Fall, bis er seinen sterbenden Kriegskameraden besucht und kurz vor seinem Tod von ihm erfährt, dass der Nazi Ziegler, der ihn einst bis auf’s Blut quälte, immer noch lebt und mit seinem Auto voll Raubgold fliehen konnte.

Buck Schatz, der Protagonist des Buches, hat auch nach 35 Jahren im Ruhestand als Mordermittler einen ruf zu verlieren. Als Legende auf zwei Beinen macht er sich zusammen mit seinem Enkel Whiskey an die Beantwortung der letzten Fragen aus dunkler Vergangenheit, in denen es um Verbrechen aus der Nazizeit geht – und um einen Schatz.

Selbst noch geistig fit, jedoch körperlich langsam dem Verfall anheimfallend ist er dabei auf die Hilfe seines Enkels angewiesen – und auf ein paar Tricks, um seinem nachlassenden Gedächtnis etwas auf die Sprünge zu helfen. „Was ich nicht vergessen möchte:“ sind die Absätze im Buch, in dem der alte Rentier seinem Geist mit erfrischender objektiver Sachlichkeit und einer ziemlichen „Kodderschnauze“ auf die Sprünge hilft.

Dabei hilft ihm sein noch vorhandenes berufsbedingtes Selbstverständnis („Keiner würde es wagen, von einem Mann mit einer Knarre zu verlangen, seine Zunge zu hüten.“) und ein Ratschlag seines ehemaligen Kommandeurs in der U.S.-Army General Eisenhower: „Soldat, wenn Sie nichts mehr haben, an dem Sie sich festhalten können, halten Sie sich an Ihrer Waffe fest!“.

Klar, einige Dinge sind nach so langer zeit im Ruhestand etwas eingerostet, aber das ist wie mit dem Fahrradfahren: Einmal gelernt und nie mehr vergessen. Das körperliche Mank wird von Buck Schatz mit Originalität mehr als wett gemacht.

Dem amerikanischen Autor Daniel Friedman ist mit dem Buch ein im wahrsten Sinne des Wortes mordsspannender Gassenfeger gelungen.  um den roten Handlungsfaden des Nazis Ziegler und seinem Goldschatz ranken sich spannende Plots, markige Sprüche und mitunter urkomische Situationen.

Aus dem Titel der amerikanischen Originalausgabe „Don’t Ever Get Old“ wurde der deutschsprachige Titel „Der Alte dem Kugeln nichts anhaben konnten“, der dem Buch weit mehr gerecht wird. Dies deswegen, weil es neben den kleinen Alterserscheinungen noch weitere Dinge gibt, die mit 87 Jahren wichtig sind und von denen alle etwas haben.

Kaufempfehlung

Weiterführende Infos

aufbau-verlag.de: Die Programmvorschau Herbst 2014
http://www.aufbau-verlag.de/index.php/downloads/?tab=2/ >>
 
review-corner.de: Daniel Friedman – Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten (Buch-Kritik)
http://www.review-corner.de/daniel-friedman-der-alte-dem-kugeln-nichts-anhaben-konnten-buch-kritik/ >>
 
katzemitbuch.de: [REZENSION] Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten von Christiane Demuth
http://www.katzemitbuch.de/2014/04/rezension-der-alte-dem-kugeln-nichts.html >>
 
danieljfriedman.blogspot.de: Der Blog des Autors
http://danieljfriedman.blogspot.de/ >>
 
 
Autor: cm | krimi-tick.de

Tags:

7 Antworten auf Die Alten vor: „Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten“ von Daniel Friedman

  1. Sebastian sagt:

    Vielen Dank für eure Verlinkung! Ich werde eure (sehr gelungene) Kritik auch gerne in meinen Shared Opinions aufnehmen, sobald ich wieder eine halbwegs stabile Internet-Verbindung habe.

    • chrille sagt:

      Na dann drücken wir die Daumen, dass die Internetverbindung fix wieder stabil ist. Vielen Dank auch für lobende Erwähnung – das freut uns sehr.
      Ihre Redaktion von krimi-tick.de

  2. Gertrud Röll sagt:

    Ich bin eine Leserin, die ausschließlich Krimis und Thriller liest, doch was ich hier mit diesem Buch, dass auch noch über den grünen Klee gelobt wird lesen musste ist unglaublich..
    Warum wird nach all den Jahren immer wieder von Nazis geschrieben..
    Buck Schatz gibt in dem Buch zum Ausdruck, was er über die Deutschen denkt..
    Ich habe das Buch nach einigen Seiten weggelegt und nicht zu Ende gelesen weil ich das unmöglich finde..
    Der Krieg ist schon so lange vorbei und es wird immer noch genug darüber geredet, da brauche ich das nicht in so einem Buch…
    Mir wurde es zum Geburtstag geschenkt und wärmstens empfohlen … naja, das ist das erste Geschenk, dass in der Mülltonne landet..
    Ich finde es auch sehr traurig, dass so ein Buch überhaupt in deutsche übersetzt wird…

    • Christian sagt:

      Es gibt genug gute Gründe genau das zu tun – Buck Schatz ist einer davon zu zeigen, dass es eine andere Herangehensweise gibt.
      Schade – dass Dir dieses Buch nichts sagt und Ablehnung hervorruft.
      Ich frage mich nur warum dass so ist?

  3. Timm sagt:

    Hallo,
    Ein spannender Thriller ohne erhobenen Zeigefinger mit einem wundervollen Buck Schatz. „Ich mag meine Mitmenschen. Ich kann sie nur nicht ausstehen.“

    Alt, verschroben, grandios, nicht tot zu kriegen. :)

    Bereits nach wenigen Sätzen wusste ich, Buck Schatz, der Senior jüdischer Herkunft, um den es hier geht, macht mich so neugierig, dass die kommende Handlung eigentlich egal ist. Seine bissigen und ironischen Kommentare waren es, die mich zugreifen ließen.

    https://www.netzblogger.net/daniel-friedman-der-alte-dem-kugeln-nichts-anhaben-konnten/23145/

    LG Timm

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