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Autoren im Fokus: Das Interview mit Su Turhan, dem Autor des bayerischen Krimis „Bierleichen“

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Wo gibt’s denn so was?! Die traditionsreiche bayerische Privatbrauerei Mingabräu soll in München demontiert und künftig in Istanbul türkisches Bier nach bayerischem Reinheitsgebot brauen. Der Autor Su Turhan hat in seinem Krimi „Bierleichen“ ein heisses bayerisches Eisen angepackt. Wir haben ihn dazu in einem Interview befragt. 

Über das Buch „Bierleichen“

teufel, fasching

Rudolpho Duba / pixelio.de

Kommissar Pascha von der Soko Migra, für Fälle mit Migrationshintergrund, bekommt zu tun. Und das reichlich. Aus einem Brunnen wird eine Bierleiche gefischt. 4,2 Promille – das haut selbst den stärksten Türken um. Die Ermittlungen führen zu einer renommierten Münchner Privatbrauerei und damit zu den schlimmsten Aufständen in der bayerischen Landeshauptstadt. Will doch die Brauerei künftig in Istanbul türkisches Bier nach bayerischem Reinheitsgebot brauen. Eine aufgebrachte Menge demonstriert gegen den Frevel. Erst nimmt der Türke die Arbeitsplätze weg und nun auch noch die Arbeitsstätten samt hochheiligstem Kulturgut! Es ist Ramadan, der Magen knurrt, das Bier lockt – verschärfte Bedingungen für Kommissar Pascha und sein bayerisch-türkisches Team…

Der Autor Su Turhan bei der Arbeit | Fotograf: Robert Haas

Der Autor Su Turhan bei der Arbeit | Fotograf: Robert Haas

Das Interview mit Su Turhan

krimi-tick.de: Wie und wann entstand Ihre Idee zu Ihrem Buch „Bierleichen“?

Su Turhan: Gegen Ende des ersten Pascha Romans, spürte ich, dass es nicht bei einer Geschichte bleiben durfte. Bevor ich das Manuskript beendete, nahm ich mir eine Auszeit und habe überlegt, was meinem Team widerfahren könnte. Die Figur des Pius Leipold brachte mich schließlich auf eine Fährte. Dazu muss man wissen: Ich nehme mir oft große Aufhänger vor. Im ersten Pascha-Band war das „Döner“. Was typisch Türkisches. Für „Bierleichen“ wollte ich etwas typisch Bayerisches. Da war das Thema „Bier“ naheliegend, aus Sicht des waschechten Münchners im Team. Was jedoch bei mir dann automatisch einsetzt, ist, dass ich ins Gegenteilige denke, was in dem gewählten Thema implantiert zu sein scheint. Ich mag es abwegig.

krimi-tick.de: Warum schreiben Sie ausgerechnet Krimis?

Su Turhan: Ich lese selbst Zeitung und fast nur Krimis bzw. Thriller. Ich liebe das Genre, weil es ein relativ freies ist. Es gibt mir alle Möglichkeiten, um besondere, auch extreme Charaktere zu erzählen. Mein Ziel ist dabei immer, mit einer hoffentlich anspruchsvollen Story die Leser auf spannende Weise zu unterhalten.

krimi-tick.de: Wie ist Ihre Vorgehensweise, bevor überhaupt das erste geschriebene Wort des gerade neu begonnenen Manuskriptes sichtbar ist?

Su Turhan: Sehr unterschiedlich. Im ersten Fall stand alles fest. Von A bis Z. Von Exposé, über Storyline bis zum fertigen Manuskript hatte ich alles festgelegt und mich auch daran gehalten. Das war wichtig, da ich mich an die Figuren selbst herantasten musste. Im zweiten Fall „Bierleichen“ habe ich mir mehr Freiheiten gegönnt. Ich hatte am Anfang meine wichtigsten Figuren und einige markante Wendepunkte. Der Rest ergab sich in der täglichen Arbeit an den Figuren und der Geschichte. Bei „Kruzitürken“, dem dritten Fall, änderte sich die Vorgehensweise wieder. Ich hatte die beiden Opfer der Bauchtanztruppe festgelegt. Sonst nichts. Motiv und Tathergang haben sich auf wundersame Weise ergeben.

krimi-tick.de: Wie sieht Ihr gewöhnlicher Tagesablauf beim Schreiben aus?

Su Turhan: Mo bis Freitag. Wie ein Beamter. 6.30 Uhr Aufstehen. Familie. Spaziergang in meine Schreibstube. Ab 8 Uhr sitze ich vor dem Schreibprogramm. Da ich meistens im Dunklen arbeite, bekomme ich von der Außenwelt nicht viel mit. Ich nehme mir immer eine Mittagspause vor, was aber meistens nicht geschieht. Coffee und Cigarettes. Den Vortag überarbeiten. Dann schreiben. Wenn ich am Planen bin, läuft manchmal Musik. Ansonsten ist Stille. Der Text und ich. Sonst nichts. Ich lege ein Pensum für den Tag fest. Das halte ich meistens ein. Schreiben bis etwa 16 Uhr. Familie. Am späten Abend, so ab 21 Uhr, weitere zwei bis drei Stunden.

krimi-tick.de: Welche/n Schriftsteller/in würden Sie gerne einmal treffen und was würden Sie ihn/sie fragen?

Su Turhan: Ach, in meinem Germanistik-Studium habe ich gelernt, dass man Autoren nicht trauen darf 😉

krimi-tick.de: Was lesen Sie gerade?

Su Turhan: Michael Robotham: Say, you are sorry. Ein Thriller. Klassisch erzählt, aber mit tollem Blick für die Figuren und eine äußerst spannende Handlung.

krimi-tick.de: Gibt es etwas was Ihnen schwer fällt zu schreiben, oder etwas was Sie gar nicht schreiben würden?

Su Turhan: Puuh. Die Frage habe ich mir noch nie gestellt. Wenn es die Figur oder der Plot verlangt, finde ich einen Zugang, auch wenn es mir schwer fällt. Als Autor bin ich verpflichtet, den Leser an die Hand zu nehmen und durch die Geschichte zu führen. Da muss ich durch. Ob ich will oder nicht.

Weiterführende Infos

suturhan.de: Die Website des Autors Su Turhan
http://www.suturhan.de/Su_Turhan.html >>
 
de.wikipedia.org: Su Turhan
http://de.wikipedia.org/wiki/Su_Turhan >>
 
vonmainbergsbuechertipps.wordpress.com: Su Turhan: Bierleichen. Ein Fall für Kommissar Pascha – Rezension des Krimis
http://vonmainbergsbuechertipps.wordpress.com/2014/01/29/su-turhan-bierleichen-ein-fall-fur-kommissar-pascha-rezension-des-krimis/ >>
 
bellexrsleseinsel.blogspot.de: {Rezension} Bierleichen – Ein Fall für Kommissar Pascha von Su Turhan
http://bellexrsleseinsel.blogspot.de/2014/01/rezension-bierleichen-ein-fall-fur.html >>
 
Autor: cm | krimi-tick.de

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