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Lektoren im Fokus: Das Interview mit Petra Schmidt, der Geschäftsführerin des P.S.-Lektorat’s

Apr 18, 14 • Kollegen im FokusNo CommentsRead More »
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Von guten Lektoren merkt der Leser eines Buches im Normalfall gar nichts. Sie sind Bestandteil des Literaturbetriebes, fristen jedoch ein Schattendasein hinter dem Buch. In diesem Interview mit Petra Schmidt, der Geschäftsführerin des P.S.-Lektorats‘, möchten wir dem Lektorat Wort und Stimme verleihen und einemal hinter die Kulissen blicken.

Das Interview mit Petra Schmidt

lektorin_petra-schmidt_ps-lektoratkrimi-tick.de: Wie und wann entstand bei Ihnen die Idee, ein Lektorat zu gründen und als freie Lektorin zu arbeiten?

Petra Schmidt: Die Idee eines eigenen Geschäftes hatte ich bereits kurz nach meiner Ausbildung zur Sekretärin, aber in der ehemaligen DDR war dies nicht möglich. Ich studierte Betriebswirtschaft und arbeitete viele Jahre in unterschiedlichen Branchen in der Verwaltung, bis mir bewusst wurde, dass mir etwas fehlte: kreative Freiheit. Ich machte kurzerhand (quasi über Nacht) mein Hobby zum Beruf, die Basis hatte ich bereits durch meinen Beruf gebildet, die aktuellen Grundlagen eignete ich mir im Selbststudium an, wobei das nie aufhört. Man lernt immer, und wenn man selbstständig ist, noch mehr. So gründete ich 2006 als Quereinsteiger das P.S.-Lektorat. Anfangs, aus Unwissenheit sowie wirtschaftlichem Sicherheitsdenken, nahm ich auch Auftragsarbeiten von Verlagen an, ohne zu wissen, dass es sich um Druckkostenzuschussverlage handelte. Nachdem ich dies realisierte und die ganze Tragweite erkannte, nahm ich Abstand und das Risiko des freien Marktes auf mich. Negative Erfahrungen bringen positive Erkenntnisse, so kann ich Letztere weitergeben und die Autoren besser und umfassender beraten, auch hinsichtlich der Aufklärung über DKZVs, was mir als unabhängige, freie Lektorin ein breiteres Spektrum meiner Dienstleistung für die Autoren ermöglicht.

krimi-tick.de: Warum wollen Sie Bücher lektorieren?

Petra Schmidt: In Büchern stecken all die Fantasie, das Wissen, die Gedanken und Gefühle der Menschen – das hat mich als Kind bereits bewegt und gefesselt. Als Lektorin habe ich das Privileg, ein Manuskript auf dem Weg zum Buch zu begleiten, die Geschichte darin dem Leser so gut wie möglich zu präsentieren, ohne den Stil des Autoren zu verändern, denn jedes Buch hat eine Seele. Diese gilt es m. E., als Lektorin zu bewahren, ohne dass der Leser meine Arbeit am Text bemerkt.

krimi-tick.de: Wie ist Ihre Vorgehensweise, wenn Sie ein Buch neu in Ihr Programm aufnehmen und lektorieren wollen?

Petra Schmidt: Ich prüfe zuerst das mir vom Autor zur Verfügung gestellte Manuskript hinsichtlich Bearbeitungsschwerpunkten und notwendigen Korrekturen. Aus verschiedenen Textstellen fertige ich ein ca. 3-seitiges Probelektorat incl. Layout an, in dem die Korrekturen/Änderungsvorschläge rot markiert sowie Hinweise zu den Korrekturen enthalten sind. Weiterhin unterbreite ich dem Autor ein auf den Bearbeitungsaufwand individuell zugeschnittenes Angebot. So kann der Autor sowohl meine Arbeitsweise und die Korrekturen prüfen als auch das Angebot mit evtl. anderweitig eingeholten vergleichen und damit entscheiden, ob ihm dies zusagt.

krimi-tick.de: Wie sieht Ihr persönlicher Tagesablauf als Lektorin aus?

Petra Schmidt: Ich habe als Freiberufler den Vorteil, zuhause arbeiten zu können. So sitze ich meist schon sehr früh im Arbeitszimmer, beantworte E-Mails, checke den Austausch auf Facebook, Google & Co. Nach dem Frühstück – im Sommer im Garten – geht es an die aktuelle Textbearbeitung, wofür ich Ruhe brauche. Man sieht und hört mich dann meistens den ganzen Tag nicht mehr, außer natürlich Telefonaten und einer kleinen Mittagspause, die aber nicht zeitlich feststeht, sondern sich nach der jeweiligen Arbeitsintensität in den Manuskripten richtet. Der Arbeitstag endet meist spät am Abend, nicht ohne nochmals Mails zu checken, die Social Networks zu bedienen oder die News/Infos auf meiner Homepage zu ergänzen, denn auch um PR muss sich täglich gekümmert werden, um eine durchgängige Auftragslage zu sichern. Mein Tagesablauf ist aber nicht immer gleich, so wie die Tätigkeiten an den Texten sehr unterschiedlich sind. Eine lebendige Freiheit, die man sich nur fleißig arbeitend erlauben kann. Den Ausgleich zur sitzenden Tätigkeit finde ich im Garten, in dem es immer etwas zu tun gibt.

krimi-tick.de: Welche Schriftsteller/in würde Sie gerne einmal lektorieren und warum?

Petra Schmidt: Ken Follett. Seine Recherchen und Herangehensweisen an die Themen finde ich genauso interessant wie das Wissen als Lektorin um den Feinschliff seiner Werke.

krimi-tick.de: Welche Bücher würden Sie gerne lektorieren? Warum?

Petra Schmidt: Ich bearbeite am liebsten Krimis/Thriller, da in diesem Genre Abläufe und Handlungsstränge absolut stimmig und logisch sein müssen bzw. die Spannung und Psychologie darin mich interessieren. Aber auch Fantasy, Kinder- und Jugendbücher sowie Sachbücher gehören zu meinen Favoriten. Sehr gerne habe ich Manuskripte, in denen ich freie Hand für das Layout habe und dezente Akzente zum Inhalt kreieren kann, um dem Leser etwas Visuelles zur Handlung mitzugeben, wenn sich z. B. in einem Roman keine Illustrationen befinden.

krimi-tick.de: Was lesen Sie gerade?

Petra Schmidt: Privat habe ich leider nicht viel Zeit zu lesen, aber im Urlaub oder an freien Tagen bediene ich mich meines Bücherregals, in dem einige ältere sowie neuere Werke auf mich warten.

krimi-tick.de: Gibt es etwas, was Ihnen schwer fällt zu lektorieren, oder was bei Ihnen überhaupt gar keine Chance hätte es von Ihnen bearbeitet zu werden?

Petra Schmidt: Gewalt oder Porno sind ein No Go. Ebenso Texte, die ein Ghostwriting benötigen.

Weiterführende Infos

lektorat-ps.com: Die Firmenhomepage
http://www.lektorat-ps.com/ >>
 
twitter.com: Jedes Buch hat eine Seele – Das Lektorat bei Twitter
https://twitter.com/Lektorat_PS >>
 
blogspot.de: Bruchstücke – der Blog des Lektorats
http://ps-lektorat-koeln.blogspot.de/ >>
 
Autor: cm | krimi-tick.de

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