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Ein Psychodrama aus der Schweiz: Der Krimi „Tödliche Vergangenheit“ von Manfred Mrak

Mrz 30, 14 • KrimiNo CommentsRead More »
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Es beginnt mit einem scheinbar harmlosen, gewöhnlichen Klassentreffen… Eine Kleinstadt in der Schweiz. Ruhig, verschlafen, sicher. In einem Waldstück wird die Leiche einer schönen Frau gefunden, mit einem Strick erdrosselt. Was sich zu Beginn als klassischer Krimianfang ausnimmt, entwickelt sich ganz schnell zu einem Psychodrama um den Protagonisten Kommissar Leon Stahl. buchcover_toedliche-vergangenheit_manfred-mrak

Über das Buch „Tödliche Vergangenheit“

Es beginnt mit einem scheinbar harmlosen, gewöhnlichen Klassentreffen… Eine Kleinstadt in der Schweiz. Ruhig, verschlafen, sicher. In einem Waldstück wird die Leiche einer schönen Frau gefunden, mit einem Strick erdrosselt. Was steckt dahinter? Hatte sie Feinde? Ein ehemaliger Klassenkollege? Polizist Stahl macht sich auf die Suche nach Hinweisen und gerät immer mehr in einen Sumpf von Hass, Gier und Eifersucht. Die Gefühle aller Beteiligten bringen sie an den Abgrund. Und je mehr Stahl herausfindet, desto mehr gerät die Stadt in den Würgegriff des Verbrechens. Die Wahrheit hat viele Gesichter, doch die Zeit wird knapp! Kann Stahl den Mörder finden?

Eine Meinung zum Buch

Das Buch kommt von Beginn an als krimigetartntes Psychodrama daher. Der Anfang bildet dabei das Ende: Ein Mädchen strampelt, rudert und kämpft verzweifelt gegen eisig kaltes Wasser an, um wieder an die Oberfläche zu gelangen und Luft zu holen. Gleich zu Anfang wird der Leser in einen situativen Kontrast gezogen, der Spannung erzeugen soll und einem dabei die alptraumhaften Abgründe einer verfahrenen Familiensituation vor Augen führt. Ein sehr risikoreicher Anfang, denn es stellt sich gleich zu Anfang die „Gretchenfrage“: Aufhören oder Weiterlesen? Todesfantasien werden in loser Folge mit sorglosen Kindheitserinnerungen  und intrauterinen Geborgenheitsfantasien vermischt.

Im weiteren Verlauf der Handlung wendet der Autor immer wieder die Stilmittel der historischen Rückblende an und etabliert dabei eine Parallelhandlung, die in der Vergangenheit liegt und den eigentlichen Plot nicht wirklich voranbringt. Der inhaltliche Zusammenhang und der zeitliche Bezug zur Haupthandlung im Jahr 2013 wird nicht immer klar und kann meist nur vermutet werden. Das hat mit Leserfantasien nichts zu tun, sondern ähnelt eher einem ziellosen Herumraten zur Handlung. Beim ersten Hinsehen sieht es nach zwei unzusammenhängenden Parallelplots aus. Die eigentliche Handlung in der Gegenwart wird dadurch nicht wirklich vorangebracht, sondern vielmehr eher verkompliziert.

Ein Mordfall ereignet sich nach einem Klassentreffen und ruft den Hauptkommissar bei der Kantonspolizei Zürich – Leon Stahl – auf den Plan. Sehr häufig treiben als innerer Monolog formulierte Fragen die Handlung voran, die den Protagonisten eher rat- und hilflos aussehen lassen. Er wird als Identifikationsfigur angeboten, die „vom Leben gebeutelt“ durch die Handlung stolpert.

Menschliche Schicksale werden mit eindringlichen Szenen und intensiver Sprache geschildert und als Produkt ihrer Wurzeln dargestellt. Die Erzählweise stellt immer wieder Begrifflichkeiten von sozialen Schichtungen in der Vordergrund und spart dabei auch nicht mit Vorurteilen. Der Text selbst beinhaltet sehr wenig wörtliche Rede. Es werden in inneren Monologen Situationen, Beziehungen oder Gefühle dargestellt. Man weiß mitunter schon drei Sätze im Voraus was gefragt, wie geantwortet wird und was als  nächstes passiert.

Zur Mitte des Buches legt die Handlung mit einem mal erheblich an Tempo zu; es bildet sich eine ereignisreiche Handlung mit überraschenden Wendungen heraus.

Autor: cm | krimi-tick.de

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