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Das Standardformat für eBooks epub kann mehr, als Viele denken: Doch bei epub2 und epub3 trennt sich die Spreu vom Weizen

Mrz 9, 14 • ebookNo CommentsRead More »
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Das eBook Format epub hat sich als das führende Format für eBooks herauskristallisiert. Das hat mehrere Gründe: Zum Einen ist es ein quelloffener Standard, der von einer großen Community genutzt und weiterentwickelt wird. Zum Anderen sind die Anbieter von lesefähigen Endgeräten auf den Zug aufgesprungen und implementieren diesen Standard in immer mehr Endgeräte. Das Format ist auf dem besten Wege genau so populär zu werden wie die Formate doc, pdf oder odt.

La-Liana  / pixelio.de

La-Liana / pixelio.de

Textverarbeitungsprogramme speichern die erstellten Dokumente primär in proprietären Formaten und bieten erst in zweiter Linie eine Exportfunktionalität in weitere Dateiformate an. So ohne weiteres kann kaum ein Textbolide eine epub-Datei erzeugen und benötigt meist dafür eine Erweiterung oder ein Plugin. Dabei hat das epub-Format einige Vorteile gegenüber proprietären Formaten – nicht zuletzt dass es ein quelloffener und systemübergreifender Standard ist. Was also spricht dagegen, diesen Standard auch für die eigenen Dokumente zu verwenden?

Was genau ist denn eine epub-Datei?

epub ist genau genommen nichts weiter als ein Datencontainer, analog zum zip oder SCORM-Format, bei dem die Seiten selbst aus HTML bestehen. Inhalte und Formate werden getrennt innerhalb einer epub-Datei gehandelt und unterliegen selbst in der Strukturierung, der Darstellung und dem encoding dem epub-Standard. Wer mit epub-Dateien arbeitet, hat mit technischen Spezifikationen aus hauptsächlich 4 Bereichen zu tun:

  • EPUB Publications 3.0: Definiert auf Publikationsebene die Semantik und Anforderungen zur epub-Konformität
  • EPUB Content Documents 3.0: Definiert den Kontext und das Zusammenspiel der benutzten Komponenten in der Darstellungsebene (XHTML, SVG and CSS)
  • EPUB Open Container Format 3.0: Definiert Dateiformat und Struktur in der gekapselten epub-Datei
  • EPUB Media Overlays 3.0: Definiert das Format zur Abbildung von Text und Audio

Die meisten Texte werden in Textverarbeitungsprogrammen geschrieben, insofern sind Daten aus Microsoft Word (DOCX) und OpenOffice/LibreOffice (ODT) die häufigsten Contentquellen. Prinzipiell sind diese Formate nur bedingt zur Erstellung von E-Books geeignet, da sich trotz XML-Basis in den Dateien weit mehr Informationen verbergen, als für ein EPUB nötig ist.

Der epub-Datei „unter den Rock geschaut“: So sieht die Datei von Innen aus

Um diese theoretische Darstellung zu verdeutlichen und damit etwas von ihrer Abstraktheit zu nehmen möchten wir uns an dieser Stelle das Gesagte etwas genauer anschauen. Dazu haben wir eines unserer eigenen Bücher hergenommen, den Krimi „Strudel in den Tod“, das als epub-Datei vorliegt und verkauft wird:

20140309_Auswahl_004

 

 

 

Als nächstes benennen wir den Dateityp um: von .epub in .zip – das sieht dann so aus:

20140309_Auswahl_006

 

 

 

Das Betriebssystem hat die Umbenennung des Dateityps erkannt und gibt uns nun den Typ: Zip-Archiv aus.

Nun schauen wir uns kurz an, was in dieser zip-Datei enthalten ist, die wir problemlos mit einer Archivverwaltung (unter Linux) oder dem Programm 7zip/Winzip unter Windows öffnen können:

20140309_Auswahl_007

 

 

 

 

Die zip-Datei enthält 3 Objekte:

  1. Den Ordner META-INF: Darin enthalten ist eine XML-Datei, die die Eigenschaften der enthaltenen Medientypen definiert.
  2. Den Ordner OEBPS: Dort enthalten sind das Inhaltsverzeichnis des ebooks, eine XML-Datei mit den META-Daten des ebooks und natürlich die Buchtexte.
  3. Die Datei mimetype: Dort wird der mimetype unserer epub-Datei definiert (wen wundert es, es ist: application/epub+zip)

Diese Strukturierung wird durch den epub-Standard festgelegt und ist bei allen epub’s mehr oder weniger gleich.

Wenn wir uns jetzt den Inhalt des Ordners OEBPS einmal kurz genauer anschauen, werden wir ernüchtert (oder auch erfreut) feststellen, dass dort html-Dateien enthalten sind, mit denen die Buchtexte vom Endgerät dargestellt werden:

20140309_Auswahl_008

 

 

 

 

 

 

Worin liegt denn nun der Unterschied zwischen epub2 und epub3?

Diese Frage ist einfacher zu beantworten, wenn man sie aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln sieht:

1. Aus dem Blickwinkel des eBook-Lesers

Dem Leser ist es egal ob epub2 oder epub3, weil er das Interesse am Produkt hat und das eBook lesen will. Natürlich bietet das Format epub3 erheblich mehr Möglichkeiten der Gestaltung (Video, Audio) und der Interaktivität (Scripting) und kann durch die neue Art der Navigation ein intensiveres Erlebnis anbieten.

2. Aus dem Blickwinkel des eBook-Machers

ePUB 2 beruht auf XHTML und CSS2, während ePUB 3 sich HTML5 und CSS3 bedient. Neben den neuen Features, wie MathML, SVG, Video- und Audio-Einbindungen, ist der gravierendste Unterschied sicherlich die neue Navigation. Die NCX-Datei wird durch eine HTML-Datei (END) ersetzt.

Weiterführende Infos

uberspace.de: E-Books selbst erstellen #15 ePUB 3
https://hpv.leo.uberspace.de/wordpress/e-books-selbst-erstellen-15-epub-3/ >>
 
idpf.org: EPUB 3 Overview
http://www.idpf.org/epub/30/spec/epub30-overview.html#sec-intro-overview >>
 
idpf.org: EPUB 3 Changes from EPUB 2.0.1
http://www.idpf.org/epub/30/spec/epub30-changes.html >>
 
mpsltd.wordpress.com: EPUB 3 vs. EPUB 2.0
http://mpsltd.wordpress.com/2011/05/25/epub-3-vs-epub-2-0-2/ >>
 
akepwiki.de: E-Book- und Daten-Formate
http://www.akepwiki.de/index.php?title=E-Book-_und_Daten-Formate >>
 
de.wikipedia.org: EPUB
https://de.wikipedia.org/wiki/EPUB#Leseger.C3.A4te_f.C3.BCr_E-Books >>
 
bisg.org: EPUB 3 Support Grid
https://www.bisg.org/epub-3-support-grid >>
 
Autor: cm | krimi-tick.de

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