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Sind eBooks immer noch viel zu teuer oder gefährden eBooks schon die Buchpreisbindung?

Sep 3, 13 • ebookNo CommentsRead More »
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Die Frage der Preisgestaltung  von eBooks heizt die Diskussionen immer wieder aufs Neue an: Die Leser fordern unisono niedrigere Preise – um den eigenen Geldbeutel zu schonen; Buchhändler möchten die Preise hoch halten – um die Preise für die gedruckten Bücher nicht zu gefährden. Amazon heizt die Diskussion mit Sonderaktionen weiter an und die Verlage scheuen sich für eBooks geringere Preise zuzulassen. Wird dadurch die Buchpreisbindung ausgehebelt? Die Zielgruppe Käufer beeinflusst den Markt mehr als manch Einer vermutet. Das Hauptinteresse liegt – wie sollte es auch anders sein – darin, hochwertige/interessante/spannende Literatur zu einem möglichst

 Thorben Wengert  / pixelio.de

Thorben Wengert / pixelio.de

geringen Preis zu erhalten. Mit der Etablierung der eBooks auf dem Markt scheint die Marktmacht der Verlage, die den Preis bestimmen können, gebrochen: mit den eBooks reduzieren sich die Produktions- und Investitionskosten für die Herausgabe eines Buches erheblich.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Verstöße gegen die Buchpreisbindung abmahnen kann, war ursprünglich der Auffassung, dass die Buchpreisbindung nicht für diese Publikationsform gelte. 2008 änderte der Verband seine Ansicht vollständig, wohl unter dem steigenden Akzeptanzdruck des Mediums, und begründet dies unter anderem mit der Angst vor der Erosion der Preisbindung insgesamt. Argumentativ dient, laut Börsenverein, die Buchpreisbindung dem Käuferschutz. Bei Wegfall der Buchpreisbindung würden demnach monopolistische Strukturen entstehen, die sich auf die Vielfältigkeit und Verfügbarkeit des bestehenden Angebotes gedruckter Bücher auswirken würde.

Dies beinhaltet den Preisdruck, der durch geringere Produktionskosten der eBooks ausgeübt wird. Das impliziert jedoch auch das Risiko dem herkömmliche Print-Verlage unterliegen, dass Autoren immer mehr davon absehen, ihre Werke überhaupt als PrintBook herauszubringen, um so ihr Einkommen aufzubessern.

buchreport-Umfrage zur Preisgestaltung von eBooks

Das Branchenmagazin buchreport hatte unter dem Titel “E-Books sind viel zu teuer” die detaillierte Auswertung einer eigenen Umfrage veröffentlicht. Gefragt wurde nach der Preisgestaltung von E-Books. 319 Personen haben teilgenommen, vom “Leser” über den Verlag und den Buchhändler bis hin zum Autoren selbst.

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer findet alle der am Markt erhältlichen digitalen Bücher überteuert, laut einem Viertel sind wenigstens einige Titel zu teuer. Die in der Überzahl vorhandenen Leser fordern unisono niedrigere Preise und drohen teilweise damit, sich bei Piratenplattformen zu bedienen, falls das Preisniveau nicht stimmt.

„eBook Preise gehören auf ein Taschenbuchniveau!“

Für die Verlegerin Beate Kuckertz gehören eBook Preise auf Taschenbuchniveau, wie sie in einem Interview begründet. Ihren Angaben zufolge halten die meisten Verlage den Abstand zu Print aktuell relativ gering – im Schnitt 20% Abschlag für eBooks –, damit die Leser im Zweifel doch eher zur gedruckten Ausgabe greifen, um sie sich ins Regal zu stellen.

„Grundsätzlich wird sich die Wertschöpfungskette der Verlage verändern und damit auch die Kalkulation. Bislang stand das Hardcover ganz oben, dann kamen die weiteren Verwertungsstufen, und das eBook spielte am Ende kaum eine Rolle. Wenn aber eBook-only-Modelle kommen, müssen die Verlage die Kalkulation an die Wertschöpfungskette anpassen.“

Da bleibt es natürlich nicht aus, dass auch die Buchpreisbindung auf den Prüfstand gestellt werden wird.

Weiterführende Infos

boersenverein.de: Stellungnahme zur Buchpreisbindung von eBooks
http://www.boersenverein.de/sixcms/media.php/976/Preisbindung_von_E-Books_Stellungnahme_des_Vorstands.pdf >>
 
meier-meint.de: buchreport-Umfrage: “E-Books sind viel zu teuer”. Provokativ zurückgefragt: Ja und?
http://meier-meint.de/2013/08/09/buchreport-umfrage-e-books-sind-viel-zu-teuer-provokativ-zuruckgefragt-ja-und/ >>
 
buchreport.de: buchreport-Umfrage zur Preisgestaltung von E-Books
http://www.buchreport.de/nachrichten/online/online_nachricht/datum/2013/08/07/e-books-sind-viel-zu-teuer-1.htm >>
 
buchreport.de: „E-Book-Preise gehören auf ein Taschenbuch-Niveau“
http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2013/07/26/e-book-preise-gehoeren-auf-ein-taschenbuch-niveau.htm >>
 
teltarif.de: EU-Kommission setzt Lockerung der Preise bei Verlagen durch
http://www.teltarif.de/ebook-preise-apple-amazon-eu-einigung-rabatt-shop/news/49282.html >>
 
de.wikipedia.org: Buchpreisbindung
http://de.wikipedia.org/wiki/Buchpreisbindung#E-Books >>
Autor: cm | krimi-tick.de

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