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eBooks vom Paulus zum Saulus: Warum sollen Kunden in Zukunft noch in eine Buchhandlung gehen?

Mrz 29, 13 • ebook1 CommentRead More »
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Die Medaille hat bekanntlich zwei Seiten: Sortimenter klagen einerseits über abwandernde Buchkunden, andererseits gilt der Medienwandel durch eBooks als Zukunftschance. Eins ist klar: Wenn der Buchhandel nicht flexibel auf moderne Anforderungen reagiert und damit den Wandel verschläft, wird das eBook zum Saulus.

Der Buchreport aus dem Februar 2013 spricht bei der Ergründung von Abwanderungstendenzen von eBook-Kunden aus dem Buchhandel bei

tod, erstochen, buchmord

2-mas / pixelio.de

der Umfrageauswertung von strukturellen Problemen:

  • Image: „Die Kunden betrachten uns nicht als Anlaufstelle für E-Reader, dafür gehen sie ins Netz oder zum Elektronikmarkt.“
  • Niedrige Rendite: Zwar seien E-Reader fast täglich ein Gesprächsthema, doch der Beratungsaufwand sei zu hoch und münde eher selten im Kauf vor Ort.
  • Vielleser bei Amazon: Ein häufig genanntes Problem ist, dass Stammkunden verloren gehen, weil sie sich einen E-Reader gekauft haben und sich andernorts mit Lesestoff versorgen, aus Händlersicht vor allem bei Amazon.
  • Fehlende Standards: Gegen Amazons Übermacht könne der Handel nicht allein ankämpfen. Die Branche müsse die Nutzungsbedingungen vereinheitlichen, Hersteller bessere Lesegeräte frei von „Kinderkrankheiten“ anbieten.

Auch diese Aufzählung von Fakten beinhaltet zwei Seiten: Einerseits werden damit aus der Sicht der Buchhändler zurückgehende Umsatzzahlen nud ein Verlust an Kunden begründet. Andererseits bieten gerade diese Aufzählung von klaren Fakten die Chance und den Ansatzpunkt für zeitgemäße Konzepte, die den Buchhandel in die Lage versetzen, das eigene Businessmodell zu erweitern und damit auf einen aktuellen zeitgemäßen Stand zu heben.

Konzepte müssen her, damit der Buchhandel verlorenes Terrain wieder aufholen kann

Zynische Äusserungen (siehe phantanews.de: Buchreport: Buchhandel klagt über abwandernde eBook-Kunden) bringen die Situation auf die Spitze und lassen aufgrund ihrer Ablehnung wenig Spielraum für Veränderungen; lediglich die Abwanderung aus dem klassischen Buchhandel wird damit begründet.

Die oben genannte Umfrageauswertung gibt deutliche Ansatzpunkte für einen konzeptionellen Ansatz und lässt sich demnach als Handlungsaufforderung umformulieren:

  • Image: Der Buchhandel nutzt die direkte Kundennähe und die Sachkompetenz des Buchmarktes, um durch Beratung beim eBook-Reader-Kauf seinen Kunden Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Modellreihen zu erläutern.
  • Niedrige Rendite: Insofern der Verlaufsprozess den Kundenbedürfnissen entgegenkommt und durch Fachkompetenz unterstützt wird, lassen sich die Absatzzahlen steigern. Ausprobieren, anfassen und ein Aha-Erlebnis sind ebenso entscheidend wie ein interessanter Preis und die Gewinnmarge.
  • Vielleser bei Amazon: Wenn auch eBooks in die Sortimentliste der Buchhandlung Einzug halten, lassen sich die Absatzzahlen bei usabilitygerechter Gestaltung des Verkaufsprozesses steigern.
  • Fehlende Standards: Die Vorteile der verschiedenen eBook-Formate lassen sich mit einer fundierten Beratung verunsicherter Kunden vermitteln. Mit dem gesteigerten und verbesserten kundenseitigen Verständnis lassen sich neue Dienstleistungen anbieten. Es gibt nicht das EINE EINZIGE Format und das ist gut so!

„Es geht nicht nur um Bücher, sondern um digitale Dienstleistungen.“

Elektronische Medien rücken immer weiter in den Vordergrund. Das hat AnjaBergmann (medienkarriere.nrw.de: „Es geht nicht nur um Bücher, sondern um digitale Dienstleistungen.“) vom Börsenverein des deutschen Buchhandels in einem Interview deutlich gemacht. Verlage und Buchhandlungen müssen eBBooks vorhalten, man muss  sie in den Onlineshop integrieren. Nur dann ist man in diesem Bereich etabliert, wenn es die breite Masse erreicht.

Der Vorteil des Buchhändlers vor Ort ist die direkte Kundennähe

Der direkte Kundenkontakt erleichtert die langfristige Kundenbindung enorm und bietet dadurch eine grosse Chance für Buchhändler in ihrer wirtschaftlichen Nische sich selbst und die eigene Dienstleistung zu positionieren. Wenn Kunden das Buch in die Hand nehmen wollen, gehen sie zum Buchhändler, wenn sie darüber reden wollen ebenfalls.

Amazon besetzt die eigene Nische ebenfalls und bietet eine leicht zu bedienende und allzeit verfügbare Dienstleistung an, die sich bequem aus der eigenen Wohnung nutzen lässt. Allerdings gibt es hier keinen Face-to-face Kontakt, wie beim herkömmlichen Buchhandel. Die Amazon-Nische ist für die Buchhandlung vor Ort leichter zu antizipieren als umgekehrt. Es gibt lokal vor Ort keine Amazon-Filialen, die analog zur pleitegegangenen Firma Quelle die Nische besetzt und Waren vertickt.

Oder sollte man sagen: Noch nicht?

Weiterführende Infos:

boersenblatt.net: Buchhandel im Wandel: Der Weg entsteht beim Gehen
http://www.boersenblatt.net/598316/ >>
 
buggisch.wordpress.com: Dorfbuchhandlung vs. Internetriese – ein Gespräch
http://buggisch.wordpress.com/2013/02/23/dorfbuchhandlung-vs-internetriese-ein-gespraech/ >>
 
phantanews.de: Buchreport: Buchhandel klagt über abwandernde eBook-Kunden
http://phantanews.de/wp/2013/02/buchreport-buchhandel-klagt-uber-abwandernde-ebook-kunden/ >>
 
buchreport.de: Sortimenter klagen über abwandernde E-Book-Kunden – E-Reader-Bescheidenheit
http://www.buchreport.de/nachrichten/handel/handel_nachricht/datum/2013/02/06/e-reader-bescheidenheit.htm >>
 
medienkarriere.nrw.de: „Es geht nicht nur um Bücher, sondern um digitale Dienstleistungen.“
http://www.medienkarriere.nrw.de/magazin/unternehmen/es-geht-nicht-nur-um-buecher-sondern-um-digitale-dienstleistungen/ >>
 
dradio.de: Boom der Buchhandlungen in Berlin – Neugründungen trotz Internethandel und E-Books
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/2031994/ >>
 
dieliebezudenbuechern.de: Stirbt die Buchhandlung aus?
http://www.dieliebezudenbuechern.de/2013/01/stirbt-die-buchhandlung-aus.html >>
 
Autor: cm| krimi-tick.de

Tags:

Eine Antwort auf eBooks vom Paulus zum Saulus: Warum sollen Kunden in Zukunft noch in eine Buchhandlung gehen?

  1. Franzi sagt:

    Ooooch, auf dem Sofa ist es doch sooooo schön :-)

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